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Rund 38 Millionen Menschen leben heute in Kenia, davon rund drei Viertel auf einem Drittel des gesamten Gebietes. Das Land ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 40 Volksgruppen und über 50 Sprachen und Dialekten. Der Großteil der Bevölkerung - etwa zwei Drittel - sind Angehörige der Bantuvölker wie der Kikuyu, die mit 22% die größte und wirtschaftlichste Ethnie darstellt. Etwa 30% der Kenianer sind Niloten zu denen mit 13% die Luo zählen. Sie leben hauptsächlich am Viktoriasee. Des weiteren zählen die Kalenjin mit 12% und die Massai mit lediglich 1,6% und weitere kleinere kuschitische Ethnien wie die el-Molo, Niemps und Rendille zur Bevölkerung des Landes. Im Nordosten von Kenia leben überwiegend Somali.
Auch viele Europäer englischer Herkunft leben durch die damaligen Kolonialzeit in Kenia, ebenso wie Asiaten die um 1900 durch den Bau der Ugandabahn angeheuert wurden und nach der Fertigstellung blieben.
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Kikuyu
Die Kikuyu gelten als die größte und einflussreichste Bevölkerungsgruppe in Kenia. Sie leben im Gebiet zwischen Nanyuki im Norden und Kiambu im Süden und betreiben Ackerbau oder entsprechendes Handwerk. Überlieferungen zufolge stammen sie von dem Gott Ngai Gikuyu, den Gründer des Stammes und Mumbi, der Mutter der Kikuyu ab. Sie gebar die neun Töchter : Achera, Agachiku, Airimu, Ambui, Angare, Anjiru, Angui, Aithaga und Aitherandu, die wiederum als Ur-Mütter der neun Clans (Muhiriga) der Kikuyu gelten.
Mittelpunkt der Kikuyus sind deren Familie und Shamba (Gehöft) mit dem Vater als Familienoberhaupt der das Bindeglied zwischen den Ahnen, Lebenden und Ungeborenen darstellt. Die Ahnen werden in der Kultur der Kikuyu nicht als tot verstanden sondern befinden sich in einem anderen Zustand und nehmen trotzdem weiterhin am Leben der anderen Angehörigen teil. Sie leben in den Nachfahren weiter, weswegen die Kinder immer nach ihren Großeltern benannt werden. Erst wenn ein Ahne von den Nachfahren vergessen wird, verschwindet er in die Unterwelt, den Tod. Die Ahnen sollen ihren Familien auch weiterhin Wohlstand und Glück bringen, weswegen die Kikuyu oftmals Bier auf den Boden kippen oder Essen an bestimmten Orten niederlegen. Missachtete Ahnen hingegen können Leid und Unglück über die Clanmitglieder bringen.
Üblicherweise erlauben die Kikuyu-Gesetze auch, dass ein Mann mehrere Frauen haben darf. Jede von ihnen lebt mit den gemeinsamen Kindern in einer eignen Unterkunft. Viele Kikuyu besetzten hohe Positionen in Politik und Wirtschaft, wie der erste und dritte Präsident Kenias Jomo Kenyatta und Mwai Kibaki.
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Luhya
Die bantusprachige Volksgruppe Luhya ist mit rund 14% die zweitgrößte Ethnie in Kenia. Die Stammesangehörigen leben vor allem in der Western Province von Kenia, zwischen dem Viktoriasee, Uganda und Mount Elgon. Lange Zeit wurde die Beschneidung von Mädchen und Jungen durchgeführt, die heutzutage jedoch nicht mehr vollzogen wird.
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Luo
Vor etwa 500 Jahren kamen die Luo in das Gebiet des Lake Victoria. Ihr Name bedeutet "Menschen aus den Sümpfen". Sie sind nach den Kikuyu und den Luhya die drittgrößte Ethnie in Kenia. Sie wandelten sich von einem einstigen Nomadenvolk mit Viehzucht zu sesshaften Bauern und Fischern um. Zum Fischen nutzen sie beispielsweise Baumstämme oder Flöße und werfen dann ihre Netze auf dem See aus um Fische wie den Tilapia zu fangen. Was sie stark von den anderen Völkern unterscheidet, ist, dass sie weder die Mädchen noch die Jungen beschneiden lassen. Allerdings sind auch hier polygame Ehen normal. Ein Luo kann also mehrere Frauen haben, die ihm ein hohes Ansehen bei anderen Stammesmitgliedern garantieren und für Wohlstand stehen.
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Masai (Maasai, Massai)
Auch wenn der Anteil der Masai an der kenianischen Bevölkerung nur bei 1,6% liegt, so sind sie trotzdem das bekannteste Volk des Landes. Die Volksgruppe gehört zu den Niloten und kam wahrscheinlich kurz nach 1550 aus dem Sudan und dem Niltal nach Kenia und Tansania.
Die Masai sind vor allem für ihren Freiheitswillen, Stolz, ihre Furchtlosigkeit und Schönheit bekannt. Sie sind groß gewachsen und tragen roten Gewänder und Schmuck. Trotz der Modernisierung die auch in Kenia eingetreten ist, halten sie weiterhin an alten Lebensweisen fest und verfolgen Traditionen wodurch sie von fortschrittsglaubenden Menschen als Wilde erachtet werde. Als oberster Führer der Masai gilt der Laibon, ein Seher und Zauberer, Heilkundiger und religiöser Führer.
Als Nomaden ziehen sie durch die Savannengebiete sowie weiten Ebenen im Süden Kenias bis nach Tansania und leben von der Viehzucht. Die Rinder sind häufig der Auslöser für Auseinandersetzungen und Kriege mit andern Volksgruppen, denn die Masai glauben daran, dass der Regengott Ngai ihnen alle Rinder überlassen und sie dadurch zum Diebstahl eben dieser berechtigt hat. Ein „guter“ Masai besitz mindestens 50 Rinder. Es gibt aber auch Familien die bis zu 300 Exemplare ihr Eigen nennen. Eines der Hauptnahrungsmittel ist Rinderblut, das mit Milch vermischt wird. Traditionell wird bei vielen Zeremonien getanzt. Die jungen Männer – morani genannt- stellen ihre Stärke unter Beweis in dem sie versichen so hoch wie möglich zu springen. Auch das Töten eines Löwen gehörte einst zu der Mutprobe um nachher eine Frau ehelichen zu dürfen. Einige Masai tragen die Mähnen des Tieres, das sie damals umgebracht haben noch heute bei Festen.
Ein großes Ritual der Masai, ist die Beschneidung der Jungen die alle 7 bis 15 Jahre stattfindet, ebenso wie die Genitalverstümmelung der Mädchen. Bei den Ritualen Schmerz zu zeigen ist strengstens verboten. Nicht ungewöhnlich ist es auch, dass Masai-Männer mehrere Frauen haben, von denen jede einzelne mit ihren Kindern in einem separaten Haus lebt. Auch das nächtigen bei Frauen eines anderen Masai der selben Altersgruppe ist nichts unnormales.
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Samburu
Das etwa 75.000 Mitglieder umfassende nilotisch-hamitische Krieger-und Nomadenvolk Samburu bewohnt den nördlichen Teil Kenias. Bereits im 16. Jahrhundert wanderten sie aus dem Norden in das heutige Kenia ein. Offene Grass- und Dornbuschsavanne prägen das 165 km2 große Gebiet, in dem auch das nach dem Volk benannte Nationalreservat liegt. Einige felsige Hügel durchbrechen die Landschaft dessen Lebensader der Uaso Nyiro-Fluss ist.
Der Name Samburu stammt von „Samburr“ ab. Dabei handelt es sich um einen traditionellen Lederbeutel, den die Stammesangehörigen zum Transport von Fleisch und Honig nutzen.
Die Samburu erkennt man an ihren rostroten oder mit viel Rot versehenen Umhängen. Männer sind zusätzlich mit Speeren, Messern und Pfeilen bewaffnet. Die Haare flechten die Samburu in kleine Zöpfe und bemalen die gemeinsam mit den Schultern mit Ockerfarbe. Die Frauen des Stammes tragen oftmals bis zu 10 kg schwere Ketten und schmücken ihren Kopf mit Perlenketten und -bändern sowie einem kreuzförmigen Stirnschmuck.
Als Halbnomaden leben die Samburu in kleinen Siedlungen mit 4 bis 10 Viehbesitzern in fensterlosen, portablen Häusern die aus Schlamm, Stangengeflecht, Fellen oder Grasmatten gebaut und von Pfählen getragen werden. Das Volk ernährt sich überwiegend von Vieh dessen Milch, das hin und wieder auch mit Blut vermischt getrunken wird. Wurzeln und Rinde verkochen die Samburu zu Suppen. Nur zu Festen und besonderen Anlässen wie Geburten, Beschneidungen oder Hochzeiten werden Schafe, Ziegen und Rinder gegessen.
Die Samburu teilen nicht nur ähnliche Traditionen sondern sprechen ebenso wie die nahen Verwandten Massai, eine Maa-Sprache. Ihr Gesellschaftswesen ist nach dem Ältesten-Prinzip ausgerichtet. Mit steigendem Alter bekommen die Männer mehr Macht und müssen mehr Verantwortung übernehmen. Die Frauen haben nur geringen Einfluss auf die Gesellschaft.
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Suaheli
Bereits mit Beginn des 7. Jahrhunderts siedelten sich Araber als erste nicht-afrikanische Gruppe an Kenias Küste an. Die dort lebenden moslemischen Araber vermischten sich daraufhin mit den einheimischen Bantu-Völkern aus der nachfolgend die Kultur der Suaheli hervorging. Der Name „Suaheli“ bedeutet nichts anderes als Küstenbewohner.
Die politische Macht oder Erlaubnis eines jeden Suaheli in bestimmte Stadtteile zu ziehen hängt nach wie vor davon ab, ob der Stammesangehörige aus einer alteingesessenen Familie stammt. Das Wohnviertel ist nämlich von großer Bedeutung für das soziale Leben der Suaheli. Dort spielt sich das gesamte Leben ab, es wird gemeinsam gefeiert, gearbeitet, gebetet und gehandelt.
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