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Auf den rund 587.041 km² leben etwa 19.400.000 Menschen, die sich in unterschiedliche ethnische Gruppen unterteilen lassen und malaiischer, polynesischer, afrikanischer und arabischer Herkunft sind. Jeden von ihnen hat ihre eigenen kulturellen und religiösen Überlieferungen sowie verschiedene Dialekte. Die größten Bevölkerungsgruppen Madagaskars sind die Merina, Betsileo, Bara, die Sakalava und die Betsimisaraka.
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Merina
Der Stamm der Merina gehört zu den bedeutendsten und zählt mit 26 % zahlenmäßig zu den größten ethnischen Gruppen der Insel. Sie sind im zentralen Hochland um Antananarivo im Gebiet des Imerina beheimatet. Der Name „Merina“ bedeutet „die aus dem Land, wo der Blick keine Grenze kennt“. Die Nassreisbauern haben eine helle Hautfarbe und überwiegend schwarzes, glattes Haar. Ihre Figur ist zierlich und sie sind relativ klein. Zudem erkennen Sie hier besonders die asiatische Herkunft. Ihr soziales System ist in drei Untergruppen gegliedert. Die obere Klasse sind die „Andriana“, die Adeligen, darunter liegen die „Hova“, die Freien und dann folgen die „Andevo“, die Sklaven. Wie alle Stämme richtet sich die Lebensweise der Merina nach dem Ahnenkult, der sich unter anderem in Totenfesten wie der „Famadihana“ zeigt. Dabei wird der in Seidentücher gewickelte Verstorben aus seinem Grab entnommen und feiert mit seinen Verwandten ein Fest.
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Betsileo
Ein weiterer wichtiger Volksstamm der Insel sind die Betsileo, die "zu zahlreich um besiegt zu werden" sind und die im südlichen zentralen Hochland in der Gegend von Fianarantsoa und Ambositra ansässig sind. Sie stellen rund 13% der Bevölkerung dar. Noch im 18. Jahrhundert besaßen sie vier Königreiche, mussten sich allerdings den stärkeren Merina unterwerfen. Heute gehört ihnen die an das Merina-Land angrenzende Region vulkanischen Ursprungs. Dort bauen sie auf den Hängen Reis an. Diese Fertigkeit lässt neben der zierlichen Figur, den glatten, schwarzen Haare und dem Gesicht auf indonesische Wurzeln schließen. Auch sie betreiben wie die Merina die Umwendung der Toten und bauen riesige, steinerne Familiengräber mit symbolhaften Grabstelen aus Holz. Zu den Verboten der Betsileo zählt die Heirat eines Mitglied eines anderen Stammes. Oftmals kommt der Ehepartner nämlich aus der gemeinsamen Großfamilie. Die Zafimariry sind eine Untergruppierung der Betsileo und leben im Regenwald. Sie stellen schöne Gebrauchsgegenstände aus Edelhölzern her oder schmücken damit ihre Häuser.
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Bara
Die Bara leben südlich des Merina-Gebietes zwischen den Flüssen Onilahy im Südwesten und Zomandao im Norden mit den Hauptorten Ihosy und Betroka und gehören eher zu den verschlossenen Menschen. Dieses Verhalten ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass sie von Hochlandbewohnern als Feinde aus früheren Zeiten und Befürworter der „Kolonialmacht“ angesehen werden. Ihren Unterhalt verdienen sie zum Teil durch die Zucht von Rindern, die als Statussymbol gelten. Um seinen Mut und seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen, muss ein Bara zur Brautwerbung ein Rind stehlen. Je mehr Rinder er bereits entwendet hat, desto besser schätzt der Brautvater seine Fähigkeit ein, seine zukünftige Frau und Familie in Notfällen zu ernähren. Die sportliche Begabung wird in Ringkämpfen geprüft.
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Sakalava
Der Volksstamm der Sakalava, die Viehzüchter sind, bewohnt die Westküste mit den großen Städten Belo, Morombe, Mahajanga und Morondava und hat eine afrikanische Herkunft. Der Name Sakalava bedeutet „die aus dem langen Tal“. Obwohl der Anteil an der madagassischen Bevölkerung nur bei 6% liegt, gehört ihnen rund ein Viertel der Gesamtfläche der Insel. Auch sie kämpften in der Vergangenheit gegen die mächtigen Merina. Zu den Bräuchen des Stammes gehört das Tromba-Ritual mit dem die Heilung von Kranken gemeint ist sowie das Ritual der Blutsbrüderschaft. In Anwesenheit eines „Zauberers“ wird den beiden Männern ein Schnitt an der Brust gemacht, das Blut der beiden vermischt und anschließend getrunken. Dies verpflichtet sie zum gegenseitigen Beistand und Hilfe. Die Grabmäler der Verstorbenen werden meist mit Vögeln oder Menschenfiguren aus Holz verziert, in der „Tromba“ einer Zeremonie wird mit den Geistern der Totenkontakt aufgenommen und die „Fitampoha“ ist ein Fest der Waschung der „Dady“. Damit sind die königlichen Reliquien, die aus Stirnknochen, Zähnen, Nägeln und Bekleidungsstücken bestehen gemeint.
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Betsimisaraka
Ein Volk mit afrikanischer Abstammung sind die Betsimisaraka, die sich an der Ostküste zwischen Sambava im Norden und Mananjara im Süden niedergelassen haben. Sie bilden 12% der Bevölkerung Madagaskars und bauen Reis, Nelken, Kaffee, Maniok, Vanille sowie Zuckerrohr an. Des weiteren leben sie vom Fischfang. Ihr Name stammt vom Stammesgründer König Ratsimilaho, dem Sohn eines englischen Seeräubers und einer Prinzessin der Insel Nosy Boraha (Ste. Marie) und bedeutet „die Vielen, die sich nicht trennen lassen“. Sie glauben fest an „Angatra“, Waldgeister sowie an „Zazavavy Andrano“, was übersetzt Meerjungfrau heißt, ebenso wie an „Kalanoros“, wilde Waldmännchen.
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Antaifasy
Antaifasy, was soviel wie „die mit vielen Verboten leben“ bedeutet, sind ein relativ kleiner Stamm, der an der Südostküste in der Gegend von Farafangana lebt. Sie trennten sich angeblich vor rund 100 Jahren von den Sakalava und bilden seitdem eine unabhängige Einheit. Andere Mythen hingegen besagen, dass sie von der ostafrikanischen Küste eingewandert sind. Sie leben nach einem sehr strengen Moralkodex, dessen Herkunft nicht geklärt ist.
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Antaimoro
Antaimoro, sind „die von der Küste“. Damit ist das arabischstämmige, mittelgroße Volk gemeint, das an der südlichen Ostküste bei Manakara zwischen Namorona und Manampatra lebt. Ihre Kultur wird von Zauberern, Medizinmännern und Astrologen geprägt, von denen magische Kräfte ausgehen sollen und die über die geeigneten Tage für Totenumwendungen und andere Feste entscheiden. Sie gehören dem islamischen Glauben an und tragen stets Amulette bei sich. Diese enthalten die Verse aus dem Koran, der heiligen Schrift des Islam. Allerdings vermischen sie ihre Religion mit dem madagassischen Ahnenkult . Die Antaimoro besitzen sogar ihre eigene Schrift und Sprache, die „Sorabe“, die noch immer im Gebrauch ist. Zum Lesen der alten Sorabe-Schriften ist jedoch nur die oberste Kaste berechtigt. Einige befinden sich in der Universität von Antananavario, andere gehören der Königsfamilie oder den Medizinmännern und Zauberern. Bekannt ist das Volk vor allem für die Herstellung von Antaimoro-Papier, Papier aus Bambusfasern, welches oftmals mit Blütenblättern verziert ist.
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Antaisaka
In der Gegend bei Vangaindrano am Ufer des Mongoky im Südosten der Insel leben die Antaisaka, die von den Sakalava abstammen. Das bedeutet auch ihr Name Antaisaka „Nachfahren der Sakalava“. Ihre Hütten haben zwei Türen, von denen eine für die Toten vorgesehen ist, durch die sie geführt werden. So wird verhindert, dass der Geist ins Haus zurückkehrt. Der Verstorben wird zunächst für einige Jahre in den Wald gebracht, wo er in einer Astgabel austrocknet und die Seele damit genug Zeit hat, sich vom Körper zu trennen. Im Anschluss daran wird der Leichnam im Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Der gesamte Besitz des Toten wird gleichmäßig unter den Stammesangehörigen verteilt und seine Rinder geschlachtet. Traditionell ist es den Menschen nicht erlaubt, Geld zu verdienen und jede Form von persönlicher Bereicherung wird als falsch angesehen. Ein Vererbungsprinzip und ein Unterstützungssystem wirken dem entgegen. Allerdings bauen sie Reis, Bananen sowie Kaffee an um sich zu unterhalten.
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Antandroy
Antandroy heißt soviel wie „die vom dornigen Land“ und ist die Bezeichnung für den Volksstamm, der sich rund um die Südspitze der Insel in der Gegend von Ambovombe angesiedelt hat. Sie machen 5% der madagassischen Bevölkerung aus, unterhalten sich mit der Rinderzucht und ernähren sich vorwiegend von Hirse, Mais und Casava. Auf Grund der Trockenheit in diesem Gebiet ist der Anbau von Reis wegen Wassermangel nicht möglich. Wie der Stamm der Antaimoro, glauben auch die Antandroy an Wahrsager, Magie, Pflanzenmedizin und Zauberkunst. Dank dieser Zauberkraft haben sie auch keine Angst vor der Dunkelheit und den Nachtgeistern. Deswegen arbeiten viele Antandroy, die wegen der schlechten Bewohnbarkeit in anderer Gebiete gezogen sind auch als Nachtwächter oder Taxichauffeure um unter anderem Geld für ein würdiges Begräbnis zu verdienen. Verstirbt ein Stammesmitglied, so findet das Begräbnis erst statt, wenn sich die gesamte Familie versammelt hat. Zum Teil dauert es mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate die bis dahin vergehen. Vor der Beisetzung wird der Tote zunächst getrocknet, was den Verwesungsgeruch im Dorf erklärt. Ist der Geruch besonders unangenehm, so werden als Wiedergutmachung die Rinder des Verstorbenen geopfert und auf die Bewohner aufgeteilt. Die großen rechteckigen Grabanlagen ähneln den der Mahafaly und sind mit einem Steinhaufen bedeckt. Geschmückt wird das Grab -in dem der Tote in einem Sarg aus zwei ausgehöhlten Baumhälften, die aufeinandergelegt werden liegt - mit den Hörnern der geschlachteten Tiere. Des weiteren gibt es hölzernen Grabschmuck mit Motiven, Bildern des Verstorbenen oder seinen Lebensstationen, die an ihn erinnern sollen.
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Antankarana
Der Stamm der Antankarana sind „die vom Felsen“. Die Hirtenbauern leben am nördlichsten Zipfel Madagaskars in der Gegend südwestlich von Antsiranana bis zum fruchtbaren Anbaugebiet Ambilobe und sind eine Abspaltung der Sakalava. Der Anführer der Antankarana ist der entthronte König Alexandre Issa Tsimanaboholahy, der Prinz Tsimiharo III. genannt wird. Obwohl ihm keine Macht mehr zusteht, befolgen die Antankarana noch immer seine Anweisungen. Rund 98% der Mitglieder sind Moslems und glauben an die Wiedergeburt des Menschen, meinst in Form eines Krokodils oder Lemurs. Deswegen ist das Jagen dieser Tiere im Antankaranagebirge und im „Lac Sacré“ strengstens verboten, also „fady“. Ebenfalls ist es nicht erlaubt das Wasser dieser Orte zu verunreinigen. Das größte Fest der Antankarana heißt „Tsakafara“ zu dessen Anlass ein Mast aufgestellt wird, der der Verehrung der Ahnen dient. Am Tag des „Tsangantsainy“ wird ebenfalls ein Fahnenmast aufgerichtet und der Besiedlung der Region durch die Söhne des Königs gedacht.
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Antanosy
Rund um Taolanaro (Fort Dauphin), an der Süd-Ost-Spitze von Madagaskar, leben die Antanosy, „die von der Insel“. Sie sind Reisbauern und züchten Rinder. Sie sehen sehr dunkelhäutig aus und wirken damit eher afrikanisch. Allerdings sind sie durch einen starken arabischen Einfluss geprägt. Zum Gedenken der Toten bauen sie Steinsäulen.
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Bezanozano
Bezanozano sind die "die sich viele Zöpfchen machen". Der Name ist auf die Stammesfrisur der Frauen zurückzuführen. Sie flechten sich ihr Haar zu Knoten, in das zusätzlich die Zweige des Zano-Baumes eingearbeitet werden. Diese sollen den bösen Geist fernhalten. Der kleine Stamm bevölkert das Tal von Mangoro zwischen dem östlichen Regenwald und den Ausläufern des Hochplateaus und steht in enger Verwandtschaft mit den Betsimisaraka und Sihanak. Sie leben von Waldprodukten wie Harz, Heilpflanzen, Bambus, Pflanzenfasern, Obst, Honig, Fisch und Reis. Zu Festen werden Holzstelen aufgestellt, die mit Rinderschädeln verziert werden.
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Mahafaly
Der kleine Stamm Mahafaly bezeichnet „die vom verbotenen Land“, ein Volksstamm an der Südwestküste bei Betioky, Ejeda, Toliara (Tuléar) und Ampanihy. Sie arbeiten als Hirten oder Bauern und kultivieren vor allem Mais und Süßkartoffeln. Jedes Dorf hat seinen eigenen „Hazo manga“, einen heiligen Baum als Opferstelle. Sie verehren den allerheiligen Fetisch „Andriamoro“, der auf einem bewaldeten Hügel liegt. Nur die Mitglieder der Königsfamilie haben die Erlaubnis diesen aufzusuchen. Die Mahafaly kennzeichnen sich auch durch die großen, rechtrechteckigen Grabanlagen, die meist größer sind, als die Häuser in denen sie zuvor lebten. Diese sind mit den Hörnern der geopferten Rindern sowie Grabskulpturen aus geschnitztem Holz und Malereien, die eine Szene aus dem Leben des Toten zeigen, verziert. Die Anzahl der Rindshörner gibt Aufschluss über den Rang, das Ansehen und den Reichtum. Das Grab des Königs Tsiampody beispielsweise schmücken 700 Hörner.
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Mikea
Ein relativ unerforschtes Volk sind die Mikea, die Vermutungen nach, eine Untergruppierung der Mahafaly sind. Sie bewohnen das Gebiet nordöstlich von Toliara im Südwesten Madgaskars in der Gegend des Ihotry-Sees. Sie leben sehr zurückgezogen und ernähren sich von dem was sie gejagt oder gesammelt haben.
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Sahafatra
An den Westhängen des südöstlichen Regenwaldes leben die Sahafatra, ein kleines Volk, das aus dem Mahafaly-Land kommt.
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Sihanaka
Mit “den Leuten die ins Marschland irrten“ sind die Sihanaka gemeint. Das Volk, das von den Antaisaka abstammt, beheimatet das nördliche Hochland in der Gegend des „Lac Alaotra“ mit der Hauptstadt Ambatondrazaka, was soviel wie „unter dem Stein der Razaka“ bedeutet. Genau wie die Merina ernähren sie sich von Fisch und der Geflügelzucht. Die trockengelegten Sümpfe ermöglichen zudem den Anbau von Reis. Auch ihre Bräuche und der Dialekt sind dem der Merina sehr ähnlich. Sie verehren Wunderheiler, Zauberer und ihr Leben dreht sich um Hexen und Fadys. Ihre Grabstätten verzieren die Sihanaka mit bis zu 10 m hohen Holzstelen.
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Tanala
Die Tanala "die im Wald leben" sind ein kleiner Stamm von Waldbauern, Holzfällern, Honigsammlern und Reisbauern der sich im Regenwaldgebiet östlich von Fianarantsoa niedergelassen hat. Aus den Pflanzen, die im Urwald wachsen, stellen sie Medizin her. Der „Dombolo“ ist der traditionelle Tanz dieser ethnischen Gruppe.
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Tsimihety
Den zentralen Norden in der Gegend von Mandritsara bewohnen die Tsimihety, die „die sich nie die Haare schneiden“. Sie ließen sich nicht von den Sakalava vereinnahmen, mussten aber wegen der Beisetzung eines Sakalavakönigs ihre Haare und Zebus opfern. Um dem Glauben an die Ahnen nachzugehen, opferten sie zwar das Vieh, schnitten sich aber nicht ihren Schopf, denn dies hätte als Untertänigkeit unter die Herrschaft der Sakalava bedeutet. Die 12% der Bevölkerung des Inselstaates sind Viehzüchter und Reisbauern und sie gelten als ein besonders selbstständiger Volksstamm. Es wird gesagt, dass sie sich mit den Nachkommen europäischer Seeräuber vermischt haben sollen. Zu den berühmtesten Personen der Tsimihety zählt Philibert Tsiranana, der erste Präsident der Republik Madagaskar.
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Vazimba
Die Vazimba, "die schon immer da waren" sind die Ureinwohner des madagassischen Hochlandes im Nordwesten des Tanganjikasees und im Süden des Malawisees und stammen höchstwahrscheinlich von afrikanischen Bantu und malaiischen Einwanderern ab. Im Laufe des 17. Jahrhundert ist ihre Spur verloren gegangen obgleich sich die Antehiroka als deren Nachfahren bezeichnen. Ihre Zeichen hinterließen die Vazimba unter anderem im „Schutzgebiet von Bemaraha“, wo Forscher in den 1990er Jahren auf Grabstätten in Höhlen gestoßen sind. Die genaue Lage wird nicht öffentlichgemacht, um die Ahnen zu respektieren und den Ort vor Touristenüberläufen zu schützen. Weitere Gräber, die als „Gräber der Vazimba“ bekannt sind, befinden sich bei Bekopaka.
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Vezo
Der Lebensraum der Vezo, „dem Rudervolk“ ist zwischen Toliara (Tuléar) und Morondava an der Südwestküste Madagaskars. Sie sind eine Abzweigung von den Sakalava und sind ein halb-nomadisches Fischervolk, wodurch sie den Namen „Vezo“ erhalten haben. Ein Teil der Vezo lebt in den Ortschaften, andere hingegen auf Auslegerpirogen die nachts zu Zelten umgebildet werden. Sie bestehen aus einem stabilen Baumstamm und haben ein großes Mittelsegel. Durch die Hochseefischerei mit Harpune, Netz und Speer verdienen sich sowohl Männer als auch Frauen ihren Unterhalt. Sie achten jedoch darauf, nur Fische zu fangen die nicht als „heilig“ gelten. Diese werden nämlich als Wiedergeburten der Ahnen betrachtet. Die gefangenen Fische werden getrocknet oder geräuchert und anschließend auf dem Markt gegen andere Ware wie Reis, Stoffe oder Maniok getauscht. Die Vezo glauben auch an den allmächtigen Meeresgott, der das Meer - einen heiligen Ort- beschützt, ebenso wie an kleine Götter und Geister. Das Meer muss deswegen auch immer reingehalten werden und es ist verboten Schweinefleisch hineinzuwerfen. Gräber der Verstorbenen sind oftmals mit Holz verziert, auf dem erotische Darstellungen zu sehen sind. Als einziger Stamm lassen die Vezo ihre Jungen nicht beschneiden.
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Vazaha
Die Menschen, die nicht nach madagassischen Traditionen und Gebräuchen leben und meist neben der Landessprache noch eine weitere beherrschen, werden „Vazaha“ genannt. Zu dieser Gruppe werden auch die Touristen gezählt. Gemeint sind damit aber vor allem hellhäutige Menschen wie europäische Einwanderer, Missionare oder auch Bewohner, die von Chinesen abstammen. Sie kamen vor einem Jahrhundert um für die französische Kolonialmacht Eisenbahnen herzustellen. Als „Karena“ werden zudem die persischstämmigen Bewohner bezeichnet. Sie leben nach persischen Traditionen, haben den muslimischen Glauben und kleiden sich dementsprechend.
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