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Vor ungefähr 150 Millionen Jahre wurde das heutige Madagaskar vom südlichen Urkontinent „Gondwanaland“, der aus der Antarktis, Australien, Indien und Südafrika bestand, getrennt, wodurch sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln konnte, die einmalig auf der Welt ist. 85% der Pflanzen, 39% der Vögel, 91% der Reptilien, 99% der Amphibien und 100% der Lemuren kommen weltweit nur auf der „Roten Insel“ vor. Dazu gehören zum Beispiel die Tenreks die auch Madagaskarigel heißen und mit den bei uns heimischen Spitzmäusen, Maulwürfen und Igeln verwandt sind, Reptilien wie die Strahlen- und Spinnenschildkröte, zahlreiche Chamäleonarten die knapp die Hälfte der weltweit bekannten Chamäleon-Arten repräsentieren und die agilen Lemuren, sogenannte Halbaffen. Ihr Name führt auf die römischen Hausgeister zurück, die nachts ihr Unwesen trieben.
Ursprünglich waren die berühmten Lemuren während der Dunkelheit auf Nahrungssuche, jedoch sind die meisten von ihnen nun auch tagsüber unterwegs, da sie kaum Konkurrenz oder Raubtiere zu fürchten haben. Im Rest der Welt hingegen wurden sie fast vollständig zurückgedrängt. Zu den bekanntesten Lemurenarten gehören die Kattas und die Maki-Verwandtschaft, zu denen der Kronen,- Mongoz-, Rotbauch- und Brauner- sowie der Mohren-Maki gehören. Letzterer hat den deutlichsten Geschlechtsunterschied in der Färbung. Die Männchen haben ein schwarzes Fell, während die Weibchen rotbraun- bis ockerfarben sind und eine helle Kopfkrause haben. Des weiteren wird Madagaskar von in Berenty lebenden Larvensifakas, Edward Diademsifakas, Indris, Varis, Wieselmakis, Mausmakis, Katzen- sowie Rattenmakis und den Aye-Aye bewohnt.
Zu den einzigen Raubtieren zählen das Krokodil, das in vielen Seen und Flussläufen heimisch ist und unter besonderem Schutz steht und die Schleichkatze Fossa, die mit einer Länge von bis zu 1,5 m das größte madagassische Raubtier ist. Etwas kleiner hingegen ist die Madagaskarratte. Die größte ihrer Art ist das Ratten-Känguru, welches dem Namen nach an ein kleines Känguru erinnert, allerdings in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis steht. Das Buckelrind, auch Zebu genannt, dient auf Madagaskar als Nutztier und lebt in der südlichen und westlichen Savanne. Von ihnen soll es auf Madagaskar so viele geben wie Menschen. Es steht als Symbol für den Reichtum seiner Besitzer und wird von den Bewohnern als Zahlungsmittel beim Brautkauf genutzt, aber auch für Feste oder Trauerfeiern geopfert.
Zu den Vögeln, die Madagaskar bewohnen gehören unter anderem Pilgerfalken, Madagaskar-Seeadler, Madagaskar-Rotkehlchen, graue und schwarze Papageien, Madagaskar Regenpfeifer, Flamingos, Madagaskar-Ohreulen, madagassische Kuckucksvögel und Madagaskar Krickenten. Auch der Fody, eine braun-graue Spatzenart ist eine Besonderheit. Während der Paarungszeit verfärbt sich nämlich der Rücken und die Brust des Männchens knallig rot.
So farbenfroh sind auch die Madagaskarfrösche die in orange, gelb, blau und schwarz aber auch in allen Farbkombinationen vorkommen und die kunterbunt gemusterten Schmetterlingen, von denen es etwa Dreitausend Arten gibt. Einige von ihnen sehen wie getrocknete Blätter oder verwitterte Baumrinden aus oder sind so groß wie eine Handfläche.
Die Zahl der Insekten, von denen eine Vielzahl noch unerforscht ist liegt bei Weitem über Hunderttausend. Bekannt sind allerdings die farbenfrohen Riesentausendfüßer, die zum Teil apfelsinengroßen Riesenkugeltausendfüßer die sich zu einer stabilen Kugel zusammenrollen können und Käfer mit nashornartigen Köpfen wie der Giraffenkäfer mit einem leuchtend roten Körper.
Die Meeresbewohner des indischen Ozeans sind unter anderem der Schwertfisch, Rochen, Barracuda, Capitain und Buckelwal. Ein unglaublich schöner Ort zum Schnorcheln und Tauchen ist das Korallenriff bei Toliara und Nosy Be mit seiner schillernden Flora und Fauna und den bunt schimmernden Falter-, Drücker-, Clown- und Feuerfischen. Haie kommen vor allem in dem Gewässer an der Ostküste vor. Auch die Flora der Insel überzeugt mit seiner Einzigartigkeit. Mehr als 12.000 verschiedene Pflanzen, darunter viele endemische, wachsen auf Madagaskar. Das entspricht etwa einem Viertel der Artenzahl von ganz Afrika. Bemerkenswert ist aber, dass sich das Gebiet auf ein Fünfzigstel der Fläche beschränkt. Besonders interessant sind die mehr als 1.000 verschiedenen, prachtvollen Orchideen die Farbe in das ansonsten graue und braune Dickicht bringen, ebenso wie die spektakulären Baobabs. Sie können bis zu 40 Meter hoch wachsen und speichern in ihrem Stamm Wasser, sodass sie der Trockenheit im Süden der Insel standhalten können. Ganze Wälder finden Sie bei Morondava.
Zwischen September und November erstrahlt die Hauptstadt Antananarivo in violetter Farbe. Zu dieser Zeit blühen die Jacaranda-Bäume und verwandeln die Stadt in ein wundervolles Blütenmeer. An der Westküste in Diégo-Suarez, im Mündungsdelta des Betsiboka bei Mahajanga, um Morondava und um Tulèar hingegen, befindet sich das größte Mangrovenvorkommen des westlichen Indischen Ozeans.
Eine weitere Besonderheit ist der exotische Ylang-Ylang-Baum, ein Flaschenbaumgewächs, welches vor allem im Nordwesten und auf der Insel Nosy Be vorzufinden ist. Aus ihm wird ein blumig riechendes Ylang-Ylang-Öl gewonnen. Die Kannenpflanze gehört zu den insektenfressenden Pflanzen. Ihre Blüten haben die Form einer Vase, in der eine süße, klebrige Substanz die Insekten anzieht und die anschließend als Nährstoffe verwertet werden.
Das Hochland Madagaskars wird von Reisterassen, wie sie im asiatischen Raum typisch sind geprägt und versorgen die Madagassen mit Nahrung. Als Symbolpflanze des Inselstaates gilt die Ravenala, ein Quellenbaum der einer Palme ähnelt. Seine Blätter wachsen so, dass sie wie ein riesiger Fächer aussehen. Das dort gespeicherte Wasser kann angezapft werden und auf Grund dessen wurde er „Baum des Reisenden“ getauft. Des Weiteren wachsen Flamboyants, Flammen- oder Feuerbäume, Frangipanier, die endemische Fächerpalme Ravinala, die kleinwüchsigen Pachypodien, die an Kakteen erinnernden Didieraceen, Wolfsmilchgewächse und Dickfuß-Pflanzen.
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