
In frühen Jahren war Ruanda immer eine Monarchie. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Ruanda der Kolonie Deutsch-Ostafrika unterstellt. Allerdings beschränkten die Deutschen sich auf eine indirekte Herrschaft in Form eines Residenturs welcher lediglich kontrollierenden und beratenden Beistand leistete. Gleichzeitig begann die christliche Missionierung.
Im ersten Weltkrieg wurde Ruanda im Jahre 1916 dem Völkerbund Belgien zugesprochen.
Nach der Unabhängigkeit am 1. Juli 1962 wurde Ruanda berühmt als das Land der „Gorilla im Nebel“. Direkt nach der Unabhängigkeit bildete sich eine erste Republik und später eine zweite Republik (1973 – 1994). Besonders die erste Republik wurde stark von Vertreibungen, Massakern und Fluchtbewegungen der Tutsi geprägt. Ein Großteil der Vertriebenen lebte lange Zeit in den Nachbarländern DR Kongo, Uganda, Burundi und Tansania.
In den 1980ern etablierte Ruanda sich als beliebtes Touristenziel, zunächst aber nur für die nächsten Jahren bis zu den Unruhen welche 1990 begannen.
Am 1. Oktober 1990 startete die Ruandische Patriotische Front (RPF)eine Militäraktion und besetzte den Norden des Landes. So wollten Sie die Rückkehr der Flüchtlinge erzwingen. Im Juli 1992 kam es nach internationalen Verhandlungen zu einem Waffenstillstand und im Januar 1993 gab es einen Friedensvertrag. Dieser wurde allerdings zu einer politisch blockiert und die Radikalen waren nicht mehr zu einer Kooperation bereit.
Am 6. April 1994 wurde das Flugzeug des damaligen Staatspräsidenten in Kigali abgeschossen. Daraufhin kam es vom 7. April bis Juni 1994 zum Völkermord an den Tutsi und die RPF nahm die Kämpfe gegen das den Völkermord organisierende Regime wieder auf. So eroberten Sie zunächst den Norden, Osten und Südosten sowie anschließend Kigali, Zentralruanda und den Westen. Am 19. Juli 1994 ernannte man Pasteur Bizimungu zum neuen Präsidenten und Übergangsregierungen welche sich an die Vereinbarungen des Friedensvertrags anlehnten versuchten wieder Ordnung zu schaffen.
Seit 2003 hat Ruanda eine neue Verfassung mit gewähltem Staatspräsidenten und Parlament.
Nach wie vor zählt Ruanda zu den ärmsten Ländern Afrikas nicht zuletzt wegen der Schwierigkeiten zwischen den Hutu und Tutsi Volksgruppen und dem Völkermord von 1994. Es sind jedoch starke Fortschritte zu verzeichnen.