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Kultur

Jede Kultur in Uganda verfügt über ihre eigene Sammlung von Traditionen, die mündlich von einer Generation zur nächsten Generation übermittelt wurden. Dabei stellten die Geschichten oder Legenden eine Hauptquelle für die Erziehung im afrikanischen Lebensstil, in dem es um orale Teilnahme ging, dar. Dadurch konnte der jungen Generation Wissen über ihre Kultur, ihr Volk und ihren historischen Hintergrund vermittel werden. Auch wurden sie somit über die kulturellen Tabus und historischen Lebenswerte belehrt.

Kleidung

Bei den Männern sind Kanzus beliebt, weiße Baumwollroben mit einem kragenlosen Hals, die mit einem roten entlang der Mitte nach unten verlaufende Faden verziert sind. Die Frauen tragen gerne Wickel aus gemusterten Textilien, die meist aus Kenia oder Tansania importiert werden. Auch Gomezis, Kleider im westlichen Stil mit spitzen Schultern sind bei der weiblichen Bevölkerung sehr in Mode.

Rindertuch

Uganda ist das Ursprungsland des sogenannten Rindertuchs. Bevor arabische Händler die Baumwolle nach Uganda brachten, nutzten die Menschen die rauen Fasern der Bananenpflanze oder die Rinde des Mutuba-Feigenbaums um Kleidungsstücke herzustellen. Uganda, Korbwaren UgandaNach dem Abtrennen der Rinde wird diese abermals gewässert, mit Holzhämmern unterschiedlicher Struktur bearbeitet und trockengelegt. Mit Sisal-Fäden werden kleinere Teile zu größeren zusammengefügt und weiter verarbeitet. Sie können unterschiedliche weiche Naturtöne oder Färbungen haben. Die Bäume tragen dabei keinen Schaden davon. Sie werden mit Bananenblättern vor dem Austrocknen geschützt, und nach einem Jahr kann erneut "geerntet" werden.
Bei Ritualen in den Königreichen Buganda und Bunyoro spielte das Rindertuch eine große Rolle. Sowohl die Prinzen und Prinzessinnen als auch die Könige kleideten sich anlässlich großer Gedenkfeierlichkeiten in diesem Rindertuch. Stammesführer leisten heute auf das Rindentuch ihren Eid, wenn sie Meter dieses Gewebes an der Schulter zusammengeschnürt mit einem Speer in der Hand tragen. Unterdessen findet das Rindertuch auch bei Begräbnisfeierlichkeiten seinen Nutzen, wobei der Leichnam in ein Rindentuch eingewickelt zu Grabe getragen wird.  Heutzutage fertigen die Menschen verschiedene Arten von Kleidungsstücken wie Hüte, Mäntel und Roben aus dem Rindertuch an.

Bantuhaus

Die typischen Wohnbauten der Einwohner Ugandas sind die Bantuhäuser. Sie sind aus Holz und einer Doppelschicht aus geflochtenem Bambus gefertigt, die mit Lehm gefüllt wird. Das Dach besteht aus Gras oder Bananenpflanzenblättern, obwohl dieses nunmehr öfter durch das in Afrika übliche Eisenwelldach ersetzt wird. Die Wände werden mit Lehm, Rinde und geflochtenen Matten abgedeckt. Manche Außenfassaden sind mit Ornamenten verziert.

Beschneidung

Das Volk der Bagisu glaubt, dass ein Junge nur dann zum Mann werden kann, wenn er beschnitten wird. Vor dieser Initiation muss der Junge 21 Tage lang tanzen, weil er nur dann die spirituellen Kräfte ohne Furcht beherrschen und dadurch zum richtigen Mann werden kann. Männer die sich selbst im späteren Alter dieser Zeremonie nicht unterziehen, werden von der Gemeinschaft niemals Respekt gewinnen. Darüber hinaus bleiben sie solange verflucht, bis Geister sie dazu zwingen, diesem Brauch nachzukommen.  Auch die Bagisu sind für ihre traditionellen Zeremonien der männlichen Beschneidung berühmt. Die Zeremonie dauert etwa drei Tage während denen Freunde und Familie besucht werden, getanzt und gefeiert wird. Der älteste Onkel väterlicherseits übergibt dem Jungen Bambusstreifen um die Verantwortung und Stärke zu symbolisieren, die erforderlich sind, um den Herausforderungen des Mann-Seins entgegen treten zu können. Häute und Glocken dekorieren den Jungen und bei seinem Lauf durch die Dörfer schwingt er zwei schwarze und weiße Colobus-Affenschwänze durch die Luft. Bei der Beschneidung muss der Junge Stärke beweisen und darf keinen Laut von sich geben, da er ansonsten für seine Familie peinlich wäre. Nach der Zeremonie werden die Jungen als erwachsene Männer anerkannt und man erwartet, dass sie nun ihren formalen Beitrag zum Wachstum der jeweiligen Gemeinschaften leisten.
Anders als bei den Bagisu werden bei den Sebei der Tradition nach Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren der Genitalbeschneidung unterzogen.

Uganda, Markt UgandaZwillingsgeburten

Zwillinge nehmen in der ugandischen Kultur eine wichtige Rolle ein. Nach der Geburt wird eine festgelegte Zeremonie veranstaltet bei der sich die Eltern in einer eigens dafür errichteten Hütte einfinden. Dort werden dann Lieder gesunden und die Kinder auf ihre Namen getauft. Kommen zwei Jungen zur Welt, so heißt der Erstgeborene Isingoma und der zweite Kato. Werden zwei Mädchen geboren, heißen sie Nyangoma und Nyakato. Das darauffolgende Kind der Familie bekommt den Namen Kaahwa.

Hochzeiten

Auch die Hochzeit ist ein wichtiges Fest. Sobald der sogenannten „Brautpreis“ festgelegt wurde, feiern die Ugander die Herausgabe der Tochter in einer speziellen Zeremonie, die mit der anschließenden Hochzeit beendet wird. Daraufhin zieht die frisch vermählte Braut für einen Monat in die eigens für das Paar erbaute Hütte wo sie sich nur ihrem Gatten zeigen darf.

Kunsthandwerk

Die frühen Künstler Ugandas wurden von den Einflüssen der damaligen Kolonialzeit geprägt. Oft imitierten sie Gemälde und Skulpturen. Eine besonders interessante Kunstrichtung entwickelte sich aus der Präsentation der zahlreichen Aphorismen der bugandischen Kultur (bikokyo), die seit Mitte der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts mit Bildern und Illustrationen verziert wurden. Auch das Handwerk hat in Uganda seit jeher eine Tradition, die von der ländlichen Jugend beiderlei Geschlechts ausgeübt wird. Hauptsächlich bessern jedoch Frauen auf dem Land ihr Einkommen damit auf.

Während die Einwohner die handwerklich gefertigten Produkte im Alltag nutzen, nehmen Uganda-Reisende die Gegenstände gerne als beliebtes Souvenir mit nach Hause. Produkte wie Matten, Keramiken, Perlen, Töpfereien, handgewobene Textilien, Spielzeug, Schmuck, Taschen, Lederartikel, Batiken und Holzprodukte werden aus örtliche Rohmaterialien gefertigt und häufig mit Stammesornamenten versehen. Gerne fertigen die Handwerker auch Daumenklaviere, gestopfte Ton- und Rohrflöten, Lyrafiedeln und Rasseln an.

Kalebasse

Kalebasse sind Produkte, die aus den ausgehöhlten und getrockneten Hüllen des Flaschenkürbisses erschaffen werden. In erster Linie dienen Sie der Lagerung von Flüssigkeiten, Salz oder Kuhbutter. Halbiert eignen sie sich hervorragend als Schalen zum Trinken. Einige Kürbisse mit langen Hälsen werden zum Sammeln von Trinkwasser genutzt. Riesenkürbisse dagegen dienen dem Befördern von Bananenwein, andere werden als Grundbaustein für Musikinstrumente genutzt.

Korbflechterei, Töpferei und Holzarbeiten

Die Korbflechterei zählt schon sein jeher zu einer weit verbreiteten Kunst in Uganda. Materialien wie Elefantengras und Palmenblätter sind der Ausgangsrohstoff für Matten, Körbe und geflochtene Bienenkörbe. Handtaschen und Wandbehänge werden von den Handwerkern zur Dekoration verarbeitet. Farblösungen lassen komplizierte Muster und Designs entstehen.

Uganda, Kampala UgandaDie Batooro und Bahima aus Westuganda fertigen feine, kleine zylindrische Körbe, sogenannte „endiiro“ an, die zum Warmhalten und Servieren von Hirsebrot genutzt werden.
Schön sind auch die handgemachten Bierkörbe für die eine ganz bestimmte Grassorte verwendet wird, die nur in gewissen Gegenden hoch in den Bergen wächst. Die Ernte dauert mehrere Tage und der Färbevorgang ist überaus mühsam, da nur gewisse natürliche Pflanzen dafür verwendet werden können. Sobald das Gras seine Endfarbe erreicht hat, wir es sehr, sehr eng gewoben, wodurch die wunderschönsten Muster entstehen. Männer nutzen diese Bierkörbe gerne um ihr selbst gebrautes Bier oder ihre selbst erzeugte Sauermilch (Amasi) mit auf die Jagd zu nehmen.

Auch Töpfereien werden in Uganda gefertigt. Ohne die Verwendung einer Drehscheibe formen die Töpferkünstler die Gegenstände alleine mit ihren Händen. Einheimischen benutzen das Getöpferte für den Transport und die Lagerung. Kleinere Töpfe nutzen die Menschen als Trinkgefäße oder als Behältnisse für Speisen, Gemüse oder Soßen. Größere Töpfe werden zum Transport und zur Herstellung und Lagerung von selbstgebrautem Bier sowie von Getreide und anderen Lebensmitteln verwendet. Einige ugandische Stämme stellen auch Tabakpfeifen und Rauchgefäße aus Ton für Gedenkstätten und Heiligtümer her.

Die vielen in Uganda vorkommenden Holzarten werden zur Herstellung von zahlreichen Gegenständen wie Löffeln, Kellen, Schmuckschachteln, Trinkröhrchen für Bier, Möbeln, Masken, Musikinstrumenten sowie für Baumaterial verwendet. Auch Künstler stellen Holzschnitzereien aus den Edelhölzern her. Die bekannten Hocker und Stühle aus Holz sind in Uganda sehr populär.

Skulpturen und Masken

Die Kunst stand früher in Uganda in erster Linie im Dienst der Religion, man erstellte für sie auch Altare und Tempel. Die Künstler sollten dabei göttliche Kraft und Größe, sowie Erhabenheit, Ruhe und Tod künstlerisch darstellen, ohne eine Ähnlichkeit zum menschlichen Wesen aufzuzeigen, da dies als Vermessenheit angesehen worden wäre. Die Skulpturen der Ugander verfügen deswegen kaum über die natürlichen Proportionen eines Menschen, sondern haben abstrakten Formen. Tierskulpturen wurden für Kraft und Schutz sowie als Wächter aufgestellt.

In den Maskentänzen, in denen Tänzer als Medium agierten, wurde die göttliche Kraft vermittelt um Drohungen seitens der Dämonen zu beschwichtigen und um die guten Geister um Hilfe oder um Regen und Fruchtbarkeit des Stammes zu beten.

Musik

Auch wenn die moderne Musik in Uganda immer dominierender wird, hat die traditionelle Musik mit einer vielfältigen Auswahl an Instrumenten auch weiterhin einen Platz in der Kultur Ugandas. Jeder Volkstamm hat seine eigene Musikgeschichte und -tradition, wobei das musikalische Uganda, Rwenzori Region UgandaErbe mündlich von einer Generation zur nächsten übermittelt wurde. Ungeachtet dessen, fanden gewisse Entwicklungen statt. In der Hauptstadt Kampala wurden die Traditionen integriert und so spielen mittlerweile Instrumente der verschiedenen Regionen im Orchester.

Für die Herstellung von Musikinstrumenten verwenden die Handwerker oftmals Materialien wie Kürbisse und Holz. Die „Endongo“ ist ein Streichinstrument, dass von den bekanntesten Vertretern der Buganda und der Busoga Region zur Begleitung von Lobliedern gespielt wird. Die „Ennanga“, eine Holzzither wurde von den Hamiten nach Uganda gebracht und wird nun sehr häufig von den Stämmen der Bakiga und Acholi gespielt. Der Musikbogen „Sekitulege“ ist die einfachste und ursprünglichste Form eines Saiteninstruments und wird aus einem Kürbis gefertigt. Diese Version ist bei den Buganda und Busoga Stämmen sowie in der Region des Westnils sehr populär. Die „Sekitulege“ hat nur eine Saite, deren Tonhöhe von der Spannung des Bogens abhängig ist.

Die Röhrenfidel „Endingidi“ wird von den Menschen der Regionen Buganda, Busoga, Ankole, Kigezi und Acholi gespielt. Die einzelne Saite wird an einem biegsamen Stock befestigt und hat manchmal einen Resonanzkörper. Anders als andere Einsaiteninstrumente wird die „Ennanga“ mit einem Bogen gespielt.

„Enkwanzi“ oder „Oburere“ bestehen aus Elefantengras oder Bambus. Die Panflöte aus der Region Busoga besitzt zumindest fünf Rohre. Sie sind vom höchsten zum niedrigsten Ton hin angeordnet und mit einer Schnur zusammengeschnürt. Um Töne zu erzeugen muss der Musiker einen Luftstrom über die scharfe Oberkante hinweg blasen. Die „Oseke“ ist eine Ablenkungsflöte vom Alurstamm aus der westlichen Nilregion. Anders als die meisten Instrumente, wird die „Oseke“ zum Anlocken von Wildtieren gebraucht.
„Amakondeere“, sogenannte Holztrompeten, findet man im gesamten Gebiet Ugandas. Ihr Ursprung soll bei den Buschmännern und Hamiten liegen und eng mit dem Ahnenkult und den Initiationsriten für Erwachsene verknüpft sein. Die Holztrompeten sind aus unterschiedlichen Materialien gemacht. Um hohe Tonlagen zu erzielen, werden Antilopenhörnern genutzt, für mittlere Tonlagen werden Baumwurzeln ausgehöhlt und niedrige Tonlagen bekommt man durch die Verwendung von Stämmen des Papayabaumes.
Weit verbreitet und bekannt ist das Daumenklavier, das unter den viele verschiedene Namen wie „Kalimba“, „Sansa“ und „Mbira“ bekannt ist. In Uganda wird die „Mbira“ gewöhnlich als Soloinstrument gespielt, meist zu Begleitung von "Liedern zum Nachdenken" oder von Männern und Frauen gesungenen Trauerliedern.

Küche

Für die Mahlzeiten der ugandischen Küche werden hauptsächlich Gemüse und Getreide angebaut, sowie Viehzucht betrieben. Die Basis fast aller Gerichte sind Kochbananen, die traditionell in Bananenblätter eingehüllt gedünstet werden und aus denen nachher „Matoke“, ein fester Brei gekocht wird.  Dazu wird Schweine-, Ziegen- oder Hühnerfleisch gegessen, welches in Uganda als Delikatesse gilt. Ab und zu kommt auch Fisch wie Karpfen oder Barsch zu der Mahlzeit hinzu. Auch Maniok, eine tropische Nutzpflanze mit essbaren Knollen, normale Kartoffeln, sowie Süßkartoffeln sind fester Bestandteil der Ugandischen Küche. Ansonsten isst man viel Reis, Kassava, Yams und Posho, ein Maisbrei.

Gegessen wird ganz traditionell auf Matten kniend. Vorher geht ein mit Wasser gefüllter Krug und ein Stück Seife für die Handreinigung um. Das Essen wird in tiefen Tellern serviert, die abgedeckt sind, um vor Insekten zu schützen. Mit den Händen wird der Matokebrei geknetet bis er fest genug ist, um in Soßen getaucht und mit Fleisch gegessen zu werden. Die Soßen werden meist aus roten Bohnen oder Erdnüssen hergestellt. Als Gemüsebeilage gibt es ab und zu grüne Bohnen, Weißkohl oder Kürbis. Tropische Früchte wie Ananas, Mangos, Bananen, Avocados, Papayas, Orangen oder Maracuja sind als Dessert gedacht.

Die Indischen Einflüsse und Wurzeln machen sich stark in der Landesküche bemerkbar. So gibt es in Uganda beispielsweise „Chapati“, ein in Öl gebackenes Fladenbrot. Auch „Samosas“, mit Bohnen oder Fleisch gefüllte Teigtaschen sind in Uganda bekannt und werden häufig auf der Straße angeboten.

Das Nationalgetränk des Landes ist „Waragi“, ein dem Gin ähnliches Getränk, das aus Hirse, grünen Kochbananen oder Maniokmehl gebrannt wird. Am häufigsten erhältlich ist jedoch „Pombe“ ist ein Bier, das aus gegarten Bananen besteht.

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Religionen

Rund 85 % der Gesamtbevölkerung Ugandas sind Christen, je zur Hälfte Katholiken und Protestanten. Von Bedeutung ist darüber hinaus der Islam, über 12 % der Ugander sind meist sunnitische Muslime. Diese Religion fand durch die Handelsbeziehungen mit dem arabischen Raum bereits vor den Missionaren seinen Weg nach Uganda.

Dagegen sind die ursprünglichen Naturreligionen aufgrund der regen Missionarstätigkeit weitgehend verdrängt worden. Nur noch etwa 1 % der Bevölkerung, die sich überwiegend auf die ländlichen Regionen konzentrieren, sind Anhänger von Naturreligionen, die eng mit dem traditionellen Glauben verbunden sind, der nicht mit den großen Weltreligionen im Zusammenhang steht. Hierbei spielen oftmals Geister eine große Rolle, sei es die der Verstorbenen oder eher götterähnliche Wesen.
Zudem gibt es eine kleine Gemeinde schwarzafrikanischer Juden, die Abayudaya bei Mbale, die etwa 750 Mitglieder umfasst.

 

 

 

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