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Bevölkerung

Uganda, Korbwaren UgandaEbenso wie die meisten afrikanischen Länder, ist auch Uganda ein Vielvölkerstaat mit ethnisch, kulturell, sprachlich und religiös heterogenen Bewohnern. Der kulturelle Schmelztiegel mit mehr als 40 unterschiedlichen Nationalitäten kann in 4 große Gruppen unterteilt werden. Zum einen in die Pygmäen die zu den ältesten noch lebenden Bevölkerungsgruppen in Afrika gehören, in die Bantu, die den weitaus größten Teil der ugandischen Bevölkerung stellen, in die Niloten und zuletzt in die so genannte Sudanische Gruppe.

Eine der wichtigsten Volksgruppen der Bantu sind die Buganda, die mit 17 % zugleich die zahlenmäßig größte Gruppe sind. Ihnen unterliegen die Bunyoro, die Ankole und die Toro, deren traditionelle Monarchen immer noch wichtige kulturelle Galionsfiguren in Uganda sind. Zum anderen leben im Nordosten Ugandas Nilotische Völker wie die Karimojong. Der Lebensstil und die Kultur dieser traditionellen Hirten erinnert stark an die berühmten Massai. Darüber hinaus bewohnen Völkergruppen wie Ikm, Asiaten, Europäer und Araber das Land. Einige Sudanvölker leben im westlichen Nilgebiet.

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Bantuvölker

Die Bantuvölker stammen ursprünglich aus dem Nordwesten Zentralafrikas. Sie verbreiteten sich im Laufe der letzten Jahrtausende und sind im Gegensatz zu den Pygmäen sesshafte Bauern. Diese Lebensform zog bald die Entstehung von Staatengebilden nach sich und so entstanden in Uganda bald die ersten Königreiche. Heute leben die Bantuvölker Ugandas in der südlichen Landeshälfte, unterhalb der Linie vom Weißen Nil, dem Kyogasee und dem Mount Elgon.

Baganda (auch Ganda oder Waganda)

Die Baganda sind das größte Volk innerhalb der Bantuvölker und stellen 17 % der Gesamtbevölkerung des Landes. Sie leben vor allem im Bereich westlich des Nil bis hinauf zum Kyogasee und weiter um den Viktoriasee herum. Bereits im 16. Jahrhundert gründeten die Baganda eines der größten Hima-Reiche in Ostafrika. In der Kolonialzeit wurde ihre Region niemals erobert. Stattdessen stimmte der mächtige König Mutesa damals der britischen Politik zu und ließ zu, dass Buganda Protektoratstatus erhielt. Der Name „Uganda“ ist der Suaheli-Ausdruck für „Buganda“, der 1884 von den öffentlichen Stellen der Briten angenommen wurde.

Die ursprüngliche Religion des Volkes kennt drei Formen von Geistern und glaubt daran, dass die Seele weiterlebt und nicht ins Paradies kommt. Der Glaube an „Balubaale“ besagt, dass es sich um außergewöhnliche Menschen handelt, die nach dem Tod weiter aktiv sind. Die „Mizimu“ sind die allgemeinen Geister der Verstorbenen Angehörigen und nur einige wenige von ihnen werden zu einem „Balubaale“. Einige „Mizimu“ verfügen über die Fähigkeit in Dinge einzudringen und werden dann als „Misambwa“ bezeichnet.

Der Schöpfer der Welt heißt bei den Baganda „Katonda“. Er ist für die Entstehung von Himmel und Erde verantwortlich und ein besonderer „Balubaale“ für den in Kyaggwe sogar drei Tempel errichtet worden sind.
Uganda, Bevoelkerung UgandaDie soziale Organisation der Baganda basiert auf der männlichen Erbfolge, wobei vier bis fünf Generationen, die durch männliche Vorfahren miteinander verwandt sind, einen Clan bilden. Das Oberhaupt dieser Clans ist der Clanführer, der für die Regelung der Heiraten zuständig ist. Diese müssen immer zwischen zwei unterschiedlichen Linien stattfinden, um nachher sowohl wichtige soziale als auch politische Allianzen bilden zu können. Aufgrund der Polygamie können männliche Baganda mehrere Frauen heiraten.
Grundsätzlich wird Familie in Bugandavolk als der Mikrokosmos eines Königreichs bezeichnet. Der Vater wird als Familienoberhaupt respektiert und verehrt. Die Kinder der Familie werden oftmals schon in sehr jungen Jahren weggeschickt, um in Heimen einerseits die Loyalität zwischen den Eltern zu vertiefen und anderseits um eine Basis für die soziale Mobilität der Kinder zu bewirken.Das Zentrum des Königreiches Buganda ist die heutige Hauptstadt Kampala und umfasst 52 Clans. Nach einer Unterbrechung von mehreren Jahrzehnten hat das Königreich heute auch wieder einen Kabaka (König). Die Menschen leben größtenteils von der Landwirtschaft und bauen Nahrungsmittel wie Süßkartoffeln, Maniok, Mais, Erdnüsse und Bananen, sowie Kaffee, Tabak und Tee an.

Basoga

Etwa 8 % der Bevölkerung Ugandas stellen die Basoga. Sie leben östlich des Nil zwischen dem Viktoria- und Kyogasee in den Distrikten Jinja, Kamuli und Iganga. Einst bewohnten Nilo-Hamitische Stämme wie die Langi und Iteso sowie die Bagisu diese Region. Die von Osten zugewanderten Basoga verdrängten diese jedoch und übernahmen teilweise deren Gewohnheiten. Bevor die Europäer ins Land kamen, sorgten sie als Bauern, die auch Rinder, Schafe und Ziegen hielten, für ihren Lebensunterhalt.
Der Ahnenkult wurde einst unter den Basoga praktiziert. Zahlreiche Götter und Halbgötter wurden von ihnen verehrt. Man glaubte generell an eine beseelte Natur, der man Opfer zu bringen hatte. Eine Tradition der Basoga ist die Ziehung des 6. Zahns im Unterkiefer während der Pubertät.

Bakiga

Im Süden, verteilt über die Distrikte Kabale und Rukungiri lebt das Volk der Bakiga. Sie sind neuzeitlich zugewanderte Bantu, die sich mit den dort lebenden Stämmen vermischt haben. Uganda, Tanz UgandaBakiga machen 7 % der ugandischen Bevölkerung aus und sprechen Rukiga. „Ruhanga“, der höchste Gott der Bakiga ist auch der Schöpfer des Himmels und der Erde. Daneben herrscht ein Nyabingi-Kult. Die Menschen bauten eigens dafür Altäre und bringen Opfergaben in Form von Nahrung und Bier. Neben der Person des Medizinmannes gibt es bei den Bakiga auch den Regenmacher. Krankheiten behandelt ein Heiler oder dessen Medium, wobei Ahnen um Rat gefragt werden. Eine Rechtsprechung erfolgte einst über Rituale. Verurteilte wurden zum Selbstmord gezwungen und Mörder wurden lebendig in das Grab des Opfers gelegt. Die Bakiga sind in Clans unterteil die von einem Führer geleitet werden. Der Führer des Hauptclans mit dem Namen „Basigi“ nimmt eine viel bedeutendere Rolle ein als die anderen. Innerhalb seines eigenen Clans darf ein Mann nicht heiraten. Darüber hinaus liegt die Entscheidungsgewalt weiterhin beim Vater oder Onkel des Bräutigams.

Bunyoro (auch Unyoro und Bunyoro-Kitara)

Nordwestlich des Königreichs Buganda liegt im Gebiet östlich des Albertsees das Königreich Bunyoro. Es umfasst die Gebiete Hima, Masindi und Kibale. Etwa 3 % der ugandischen Bevölkerung gehören diesem Volk an. Ebenso wie die Baganda sind sie in einem Königreich organisiert. Dieses basiert auf dem König „Omukama“ Die Muttersprache der Banyoro ist Runyoro-Rutooro, eine Bantusprache die auch von den Batooro gesprochen wird. Die Banyoro tragen alle sowohl einen Namen, als auch einen Lobnamen, den sie allerdings erst einige Monate nach der Geburt bekommen. Bei den Jungen vergehen drei Monate, bei den Mädchen vier. Einst wählte der Clanältere einen Namen aus, heute entscheiden die Eltern aber auch Großeltern und andere Verwandte darüber. Letzen Endes hat der Vater das letzte Wort in dieser Diskussion. Wie die meisten afrikanischen Namen sind Kinyoro-Namen tatsächlich Wörter oder Phrasen in der Runyoro-Sprache und besitzen eine Bedeutung, die mit den Umständen, die zur Zeit der Kindsgeburt vorherrschten, verbunden sind. Ein Name wie „Nyamayarwo“ heißt so viel wie „Fleisch für den Tod“ und bedeutet, dass die Eltern bereits einige Kinder verloren haben.

Jedoch hat sich mit dem christlichen Glauben eine neue Namensgebung entwickelt und Namen, wie sie auch in Europa bekannt sind, werden mittlerweile in Uganda vergeben. Darüber hinaus gibt es kleine Abwandlungen von Namen wie Johann zu Yohana. Die Lobnamen, die sowohl für die Banyoro als auch für die Batooro einzigartig sind, sollen Liebe und Respekt ausdrücken. Kinder sprechen ihre Eltern deswegen immer mit ihrem Lobnamen an. Banyoro islamischen Glaubens tragen zudem einen islamischen Namen. Häufig anzutreffen sind Namen wie Muhamadi (Mohammed) oder Isimairi (Ismael).

Auch den Tod bringen viel Banyoro wie die Mitglieder ihres Nachbarkönigreiches meistens mit Hexenmeistern, Geistern und anderen nicht-menschlichen Medien in Verbindung. Uganda, Markt UgandaDie Handwerker unter den Banyoro sind sehr begabt und die von ihnen gefertigten Produkte werden erfolgreich verkauft. Ebenfalls geschätzt wird ihre Fertigkeit Metall zu verarbeiten. Der „Runyege“ oder „Entongoro“ –Tanz ist ein zeremonieller Tanz aus dem Königreich Bunyoro und Batooro. Häufig wird er aufgeführt, wenn die Zeit für die Suche nach einer Ehepartnerin gekommen ist. Der beste Tänzer verheißt das beste Eheleben. Mehrere Männer tanzen deswegen so lange, bis der letzte, der am längsten durchhält, übrig bleibt. Somit kann der Stärkste unter den Männern ermittelt werden, denn die Familien wollen, dass ihr Mädchen einen Ehemann hat, der in der Lage ist, für Wasser und Nahrung zu sorgen. Wie die Baganda sind die Banyoro polygam. Jeder Munyoro, so lautet die Singularform von Banyoro, gehört einem Clan an, die dieselben Vorfahren haben und somit Blutsverwandte sind. Somit ist eine Heirat innerhalb des eigenen Clans oder dem der Mutter nicht möglich. Sogar die Heirat eines weit entfernt Verwandten ist unakzeptabel. Dies blieb lediglich den Prinzen und Prinzessinnen des Königreichs vorbehalten, wodurch diese ihre blaue Blutlinie am Leben zu erhalten konnten.

Batooro

Mit etwa 3 % stellen die Batooro aus dem Südwesten Ugandas einen kleinen Teil der Bevölkerung. Sie leben vor allem in den Distrikten Kabarole und Kasese und sprechen Rutooro. Ursprünglich gehörten die Batooro zum Königreich Bunyoro, doch es kam 1830 zur Abspaltung und Gründung des eigeneständigen Königreiches Toro. Wie bei den Banyoro wurde hier der König „Omukama“ genannt.

Bankojo und Bamba

Die Volksgruppen Bankojo und Bamba stellen gemeinsam 2 % der ugandischen Bevölkerung. Während die Bankoko im Distrikt Kasese, vom Queen-Elisabeth Nationalpark bis hinüber zum Rwenzori-Gebirge ansässig sind, beschränkt sich das Gebiet der Bamba auf die Gegend nördlich des Rwenzori. Etwa alle 15 bis 17 Jahre findet ein Beschneidungsfest für die Jungen der Volkgruppen statt. An dieser Zeremonie nehmen bereits kleine Kinder teil, die dadurch feierlich in die Männergesellschaft aufgenommen werden. Ein Unterschied zwischen den beiden Völkern sind die Schmucknarben der männlichen Bamba. Die Bankojo hingegen sind leidenschaftliche Jäger, obwohl sie Bantu sind. So werden aus reinem Spaß am Jagen regelrechte Jagdwettkämpfe ausgetragen, was in den Gebieten außerhalb der Nationalparks mittlerweile zu einem Problem geworden ist.

Banyakore

Der Süden Ugandas, vor allem die Distrikte Mbarara, Bushenyi und Ntungamo werden von den Banyakore bewohnt. Uganda, Bevoelkerung UgandaDas einstige Königreich Nkore wurde von den Briten durch die kleinen Reiche Igara, Sheema und Buhweju erweitert und in Ankore umbenannt.  Einst lebten sie in einem Kastensystem mit zwei Kasten, den Bahima (Hirten) und den Bairu (Landwirten). Darüber hinaus war die Gesellschaft in Clans aufgeteilt, wobei ein Clan über zwei Kasten verlaufen konnte. Die Banyankore wissen sehr gut über ihre eigene Tradition und ihren geschichtlichen Hintergrund Bescheid. Auch halten sie an allen Tabus fest und etablieren mit anderen gute Handelsbeziehungen. Die Region Ankole wird von einem Monarchen regiert. Die Volksangehörigen sind großartige Rinderhirten und züchten Kühe mit langen weißen Hörnern, die Fleisch, Milch und andere Produkte liefern. Die Tiere der stolzen Bauern beeinflussen das tägliche Leben stark, insbesondere dabei die Rituale, die Musik und die Tänze. Viele der Lieder handeln von Kühen, einige Gedichte erzählen von Männern, die große Herden besitzen. Auch tapfere, reiche und großartige Krieger, die wunderschöne Frauen haben werden thematisiert.

Bagisu

Das Gebiet des Mount Elgon ist den Bagisu vorenthalten. Sie leben in einer eher einfachen Gesellschaftstruktur, die auf Familienclas aufbaut und ohne einen König regiert wird. Dafür hat jeder Familienclan einen Älteren als Clanführer, der für Regeln und Ordnung zu sorgen hat.

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Nilotische Völker

Wie der Name verrät, liegt der Ursprung der nilotischen Völker im Bereich des Nil. Vom Sudan, dem Herkunftsgebiet, wanderten die nomadisierenden Hirten entlang der Sahara nach Westen und Süden. Heute sind einige von ihnen sesshaft.
In Uganda kann man die nilotischen Völker in drei Untergruppen einteilen: die Niloten der Savanne, des Hochlandes und die der Seen und Flüsse.

Iteso auch Teso

Mit etwa 8 % sind die Iteso die größte Volkgruppe der Niloten. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich von Karamoja bis an den Kyogasee und umfasst die Distrikte Soroti, Kumi, Katakwi, Amuria und Kaberamaido. Sie betreiben Ackerbau und bieten vor allem Kaffe und Baumwolle zum Verkauf an. Ihre Gesellschaft ist einerseits in lose organisierte Clans mit Ältesten an der Spitze, andererseits in Altersklassen organisiert.

Acholi

Uganda4 % der nilotischen Bevölkerung stellen die Acholi, das östlich des Weißen Nils im Norden Ugandas in den Distrikten Gulu, Kitgum und Pader sowie im südlichen Sudan lebt. Sie bestehen aus kleinen ethnischen Gruppen, die seit der Einwanderung der Luo zusammen eine gewisse Einheit bilden. Die Region der Acholi heißt Acholiland, die nilotische Sprache Acholi. Die Acholi waren einst hervorragende Jäger, sie lebten aber auch von einer Mischwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht.
Traditionell fügten sich die Acholi dekorative Narben auf Schläfen und Wangen sowie auf den Schenkeln zu. Ihre runden Häuser haben spitz zulaufende Dächer und die Innenwände sind mit Lehm verputzt und mit rotem, weißem und grauem Dekor verziert.

Karamojong

Das halbnomadische Hirtenvolk Karamojong lebt im trockenen Nordosten des Landes im Distrikt Karamoja. Die ostnilotische Sprache des Volkes heißt Ngakaramojong. Sie stellen 1 % der nilotischen Bevölkerung Ugandas.

 

 

 

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