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Aufgrund der Grenzziehung durch damalige Kolonialmächte sowie Wanderungsbewegungen kam die ethnische Zusammensetzung Namibias zustande. Mit ca. 87,5 % bilden Schwarze die Mehrheit, gefolgt von Farbigen (6,5%) und Weißen (6%).
Die Ovambo stellen mit über 50 % die größte Volksgruppe Namibias. Zusammen mit den Hereros gehören sie den Bantuvölkern an. Der Stamm umfasst zudem 12 ethnische Gruppen, zu denen auch die Kwanyama, Ndonga, Kwambi, Ngandyela, Mbalanhu, Nkolonkadhi und Unda gehören. Das Wort „Ovambo“ stammt aus dem Herero und soll übersetzt „die Sesshaften“ oder „die Reichen“ heißen. Die Ovambo-Frauen betreiben Ackerbau und bauen vorwiegend Mais, Sorghum, Hirse, Kürbis, Bohnen und Melonen an. Die Ovambo-Männer kümmern sich um die Viehzucht. Das traditionelle Oberhaupt ist der König, zugleich Regenmacher.
Auch die Kavango (Okavango) stammen von Bantu ab. Sie leben zum größten Teil an den Ufern des gleichnamigen Grenzflusses. Ihren Unterhalt sichern sie mit dem Ackerbau, der Fischerei und der Viehzucht. Viele Stammesangehörige verkaufen holzgeschnitzte Skulpturen ins Okahandja und Windhoek. Ein typisches Merkmal der Kavango sind die berühmten Ochsenschlitten, die heute noch zu sehen sind.Die drittgrößte Bevölkerungsgruppe (7%) Namibias sind die Hereros deren Lebensraum im nördlichen Teil des Landes, dem Hereroland mit Okahandja und Omaruru liegt. Auch sie gehören wie die Ovambo und Kavango zu den bantustämmigen Völkern.
Rinder, ein Statussymbol der Hereros bilden den Mittelpunkt der traditionellen Kultur. Dies spiegelt sich besonders in der dreieckigen Kopfbedeckung der Herero-Frauen wider, die an Rinderhörner erinnert.
Weitere 7% der Bevölkerung bilden die Damara. Sie sind schwarzafrikanischen Ursprungs und gehören Forschungen zufolge mit San und Nama zu den Ureinwohnern Namibias. Viele Stammesangehörige arbeiten als Kleinbauern , in Industriebetrieben oder auf Farmen.
Nama, die mit 5% in Namibia vertreten sind, leben im südlichen Teil des Landes, dem früheren Namaland, aber auch im Namaqualand, dem südlich angrenzenden Gebiet Südafrikas. Mit der hexen- und Totenfurcht sowie der halbnomadischen Lebensweise, gleicht die Kultur der Nama stark der Kultur der San.Die San (auch Buschmänner genannt) sind die Ureinwohner Namibias. Dazu gehören auch die Khoi Khoi (früher abwertend Hottentotten) die zusammen mit den San das südliche Afrika bevölkerten. Die zwei indigenen Völker werden heute als Khoisan zusammengefasst. Ein besonderes Merkmal sind die hohen Wangenknochen, die gelblich-helle Haut und das „Pfefferkornhaar“. Der Lebensraum der San ist der Nordosten und die südliche Kalahari. Nur einige wenige leben noch auf traditionelle Art und Weise und haben das Jagen und Sammeln aufgegeben. Der größte Teil der San arbeitet auf Farmen oder als Touristenführer.
Rehoboth Baster, die ca. 2% der Namibier stellen, sind Mischlinge, die aus Beziehungen zwischen Nama-Frauen und Buren der Kapkolonie Südafrikas entstanden sind. Der größte Teil lebt rund um Rehoboth, einer Stadt 100 Kilometer südlich von Windhoek und spricht Afrikaans. Die Stadtverwaltung wird von den 4 Kapitänsfamilien van Wyk, Diergaard, Koopman und Mouton (dem „Baster-Rat“) dominiert. Ihren Unterhalt verdienen die Rehoboth Baster mit der Viehzucht.Etwa 87 % der Bevölkerung sind Christen, davon ca. 80 % Protestanten und ca. 20 % Katholiken. Der Rest gehört Stammesreligionen an. Muslime sind in Namibia kaum anzutreffen und werden auf wenige Tausend geschätzt.
Zu den wichtigsten Medien des Landes zählen die englische Tageszeitung „The Namibian“ , die deutsche „Allgemeine Zeitung“ und die afrikaanssprachige Tageszeitung „Republikein“ sowie staatlich private Musikradiosender und privates Satelliten-übertragenes Fernsehen mit ausländischen TV-Programmen.
Neben Fisch, Hummer und Austern wird das landestypische Essen von der Hauptnahrungsquelle Fleisch dominiert, das vom Wild, Springbock, Strauß, Gnu und Rind stammt und in Form von Gulasch, Rouladen, gegrillten Steaks und Bratwürsten serviert wird. Als Beilage werden Gemüse, Salate und Kartoffeln gereicht. Oftmals wird in den Speisen auch Kürbis verwendet. Die Küche ist vielerorts auch gutbürgerlich-deutsch oder international.
Traditionelle Getränke sind der Wassermelonenwein (Mataku) und Palmenschnaps (Walende). In Windhoek und Swakopmund wird Bier nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut, dass frisch gezapft am besten schmeckt. Hochprozentige alkoholische Getränken sind nur in bestimmten Geschäften ("Bottle Stores") erhältlich.
Symbolik
Die Farben der Nationalflagge symbolisieren wichtige natürliche und menschliche Eigenschaften von Namibia: Die Farbe Gelb steht für das Sonnenlicht und die Wüste, Blau versinnbildlicht den Regen und das Meer, Grün die Pflanzen und Vegetation, Rot steht für das Blut, das im Krieg vergossen wurde und Weiß symbolisiert Frieden und Versöhnung.
Musik
Einen starken Einfluss auf die heutige Musik hat noch immer der Kolonialismus. Der Schwerpunkt liegt auf Chorgesang mit Trommelbegleitung, aber auch moderne Popmusik von Reggae über Jazz bis Hardrock wird von der namibischen Bevölkerung gehört.
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