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Kunst / Musik / Kultur

Sambia, Victoria Faelle SambiaSambias zeitgenössische Kultur ist eine Mischung aus Werten, Normen, materiellen und spirituellen Traditionen von mehr als 70 verschiedenen ethnischen Bevölkerungen. Der größte Teil der Stämme ist vor einigen Jahrzehnten in mehreren Auswandererwellen in das heutige Gebiet gekommen. Sie waren damals auf die Errichtung neuer Königreiche bedacht und suchten landwirtschaftlich Flächen und Weiden. Vor der Kolonialzeit war das heutige Sambia die Heimat mehrerer freier Staaten von denen jeder eine umfassende wirtschaftliche Verbindungen mit den jeweils anderen Staaten hatte.

Die wichtigsten Exportgüter waren Kupfer, Elfenbein und Sklaven im Austausch gegen Textilien, Schmuck, Salz und Eisenwaren. Während der Kolonialzeit wurden durch den Prozess der Industrialisierung und Urbanisierung Menschen unterschiedlicher Ethnien zusammengebracht die unter Einfluss des westlichen Standards eine neue Kultur ohne politisch festgelegte Leitlinien schufen.

Der Großteil der ländlichen Bevölkerung hat jedoch seine indigenen Traditionen und Werte beibehalten. Nach Erlangen der Unabhängigkeit im Jahre 1964 erkannte die Regierung die Rolle der Kultur und stellte sich die Frage der nationalen Identität. Institutionen zum Schutz und zur Förderung der sambischen Kultur, einschließlich der „National Heritage Conservation Commission“ wurden gegründet und private Museen, sowie kulturelle Dörfer wurden zur Förderung des künstlerischen Talentes errichtet.

Schönheit, Hektik, und Freude charakterisieren viele Aspekte der sambischen Musik und des Tanzes. Die Spannbreite variiert von fesselnden Akrobatikspektakeln, über rhythmisches Trommeln hin zu sanften Tönen und Bewegungen.

Viele traditionelle Instrumente werden noch immer im ganzen Land gespielt. Eines davon ist beispielsweise das Handpiano, ein kleines Instrument mit Tasten aus Eisen, die auf einem rechteckigen Gehäuse angebracht sind und von beiden Daumen bedient werden. Die Silimba ist eine Art Xylophon mit einer Reihe von flachen Tasten aus Holz die auf einem Flaschenkürbis montiert sind. Das am häufigsten vorkommende Musikinstrument ist natürlich die Trommel. Sie spielt eine wichtige Rolle in den Ritualen, Zeremonien und Feiern.

Tanz ist ein wichtiger Teil des musikalischen Ausdrucks und reflektiert das Leben und Denken der Sambier. Der Einfluss des Westens Sambia, South Luangwa Nationalpark Sambiaund dem Restlichen Afrika ist stark in dem Musikgeschmack der heutigen Generation verankert. Dennoch wird unter anderem in Nachtclubs und „Shebeens“ auch zu den Klängen von Kwela und Rumba getanzt.

Sambias verschiedene Kulturen bringen eine Vielzahl von traditionellen Fertigkeiten hervor. Kunsthandwerk findet man in großer Vielfalt, wenn nicht in Hülle und Fülle, darunter sogar einige der besten Korbwaren in ganz Afrika. Obwohl für die Einwohner die Fischerei-, Rinderzucht oder der Anbau von Feldfrüchten von großer Bedeutung ist,  dient das Handwerk oft saisonal zur Ergänzung des Einkommens. Für viele, vor allem für die Landwirte, ist das Handwerk die einzige Möglichkeit zusätzliches Geld zu verdienen.

Männer stellen in der Regel Holzprodukte wie Kanus, Möbel, Gehstöcke, Geschirr, Masken, Trommeln und Tierfiguren her. Frauen hingegen beschäftigen sich mit der Herstellung von Töpferwaren die über dem offenen Feuer gebrannt werden. Die Korbflechterei wird von Männern und Frauen beiderseits betrieben und ist weit verbreitet. Die Lozi und Mbunda in der westlichen Provinz sind in diesem Bereich besonders qualifiziert. Die Waren werden aus natürlichen Rohstoffen wie Bambus, Lianen, Wurzeln, Blättern, Gräsern, Schilf, Papyrus Palmblättern, Rinde und Sisal gefertigt. Teilweise werden sie auch mit symbolischen Mustern in traditionellen Farben verziert, die aus gefärbten Böden, Wurzeln, Rinden und Blättern gewonnen werden. Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten für Korbwaren ist riesig. Die Einwohner nutzen Behälter vor allem für die Lagerung. Es werden jedoch auch Schlafmatten und Geschirr hergestellt. Traditionell gefertigte Töpfe und Körbe werden allerdings immer häufiger durch kommerziell hergestellte Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff oder Zinn ersetzt. Ein großer Teil der neuen Generation verliert deswegen diese traditionellen Fertigkeiten, da die Nachfrage nach diesen Gegenständen fortlaufend nachlässt. Glücklicherweise gibt es Organisationen wie Zintu Handicrafts in Lusaka, das Nayuma Museum in Mongu, das Tonga Museum in Choma und das Moto Moto Museum in Mbala, die das Ziel der Produktion von Qualitätshandwerk in den traditionellen Formen sowie Handwerk als modernen Ausdruck der Kunst fördern.

Traditionen/Feste

SambiaJährlich finden mehr als 20 traditionelle Zeremonien statt, die die Bräuche, das gesellschaftliche Leben, Rituale, die Geschichte, sowie die materielle und geistige Kultur manifestieren. Sollten Sie während Ihres Aufenthaltes die Möglichkeit haben an einer dieser Zeremonien teilzunehmen, dann sollten Sie diese auf jeden Fall wahrnehmen. Sie werden einen wertvollen Einblick in eine traditionelle Kultur erhalten, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Nichtsdestotrotz lässt sich ein Rückgang der traditionellen Sitten und der sambischen Kultur, der durch die westlichen Einflüsse und den Schmelztiegel der verschiedenen Stämme die in den gleichen Regionen leben, ausgelöst wurde, verzeichnen.

Die meisten Zeremonien in Sambia haben eine tiefe Bedeutung. In vielen Fällen wurden sie entwickelt, um die Erinnerung an den Wandel von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter festzuhalten. Viele Stämme in ländlichen Gebieten praktizieren nach wie vor harmlose Einleitungszeremonien für Mädchen am Ende der Pubertät. So sollen sie auf den Übergang von der Kindheit zum Frausein sowie für die Ehe vorbereitet werden. Nur noch wenige Stämme führen auch weiterhin die männliche Beschneidung durch. Diese findet nur noch unter strenger Geheimhaltung statt.

Öffentliche Veranstaltungen die in der Regel in einem farbenfrohen Rahmen mit viel Tanz und Getrommel stattfinden, zelebrieren die alten Zeiten in denen neue Königreiche gegründet wurden und sind meist für jeden Besucher zugänglich.

In den Großstädten orientieren sich die Menschen eher am westlichen Verhalten. Viele der Sitten werden nur noch in den ländlichen Gebieten praktiziert. Beispielsweise wird vor jedem Gespräch zunächst ein Gruß ausgesprochen. Ein Mann sollte zudem immer darauf warten bis die Frau die Hand zum Gruß entgegenstreckt. Geschenke für den Besucher gelten als ein Zeichen der Ehre, Freundschaft und Dankbarkeit. Man sollte niemals ein Geschenk ablehnen und es mit beiden Händen gleichzeitig entgegen nehmen um Dank auszudrücken.

Seit Jahrhunderten ist „Lobola“, der sogenannte Brautpreis den der Bräutigam an die künftigen Schwiegereltern als ein Zeichen des Dankes zahlen muss, Tradition. Auch wenn die junge Generation heute stark von modernen westlichen Vorstellungen geprägt ist, wird diese Sitte vor rund 90 Prozent  aller Hochzeiten praktiziert. In den meisten Stämmen wird die Braut am Abend vor der Hochzeit in das Dorf des Mannes gebracht. Große Mengen an Lebensmitteln sowie hausgemachtes Bier werden zur Feier der Hochzeit vorbereitet. Das ganze Dorf nimmt mit viel Gesang, Tanz und musikalischer Untermalung an der in der Regel über zwei oder drei Tage andauernden Feierlichkeit teil.

Sambia, Kafue Nationalpark SambiaBestattungen werden ebenfalls gefeiert. Alle vereinen sich um für die Bestattungskosten aufzukommen. Trauer wird durch wehklagenden Gesang und Tanz ausgedrückt. Während der Trauerzeit sind Frauen und Männern jedoch getrennt. Die Männer bleiben draußen und die Frauen halten sich im Haus des Verstorbenen auf. Nach langen Reden über den verstorbenen Freund und Danksagungen für die Spenden, begleitet das ganze Dorf den Verstorbenen an den Ort der Bestattung und zollt damit die letzte Ehre.

Sambische Küche

Das traditionelle Hauptnahrungsmittel und Nationalgericht der Sambier ist „Nshima“. Das Grundnahrungsmittel ist Mais, aus dessen Mehl dann ein Maisbrei hergestellt wird und der in den  meisten Familien drei Mal täglich zu allen Mahlzeiten serviert wird. Rund zwanzig verschiedene Ausdrücke bestehen für „Nshima“. Am besten sollte das Gericht dampfend heiß, schneeweiß, cremig, nicht zu dick oder zu dünn sein. „Nshima“ wird häufig mit „Ndivo“ serviert. Dabei handelt es sich um eine Art Eintopf mit verschiedenen Zutaten. Das Gericht kann aus Fleisch von Rindern, Ziegen, Schafen, Hirschen, Büffeln, Elefanten, Warzenschweinen, Wildschweinen, Mäusen, Kaninchen, Hasen, Antilopen, Schildkröten, Alligatoren, Krokodilen oder Affen, aus Kürbis-, Erbsen-, Maniok-, Bohnenblättern oder Fisch und Meeresfrüchten gekocht werden. Eine populäre Version von „Ndivo“ ist „Chibwabwa“/„Chimphonde“, bestehend aus Fisch, Erdnüssen, Erdnussbutter, wilden Pilzen und verschiedenen Bohnen- und Erbsensorten. Für die Tumbuka im Osten Sambias sind Mäuse eine besondere Delikatesse. Die gejagten Mäuse werden ausgenommen und etwa eine halbe Stunde gekocht. Im Anschluss daran, werden sie gesalzen und am Feuer getrocknet und dann mit „Shima“ serviert.

Weitere sambische Spezialitäten sind „Inswa“ (Termiten), “Chikwangwa“ (Kruste die sich beim Kochen von „Nshima“ am Topfboden bildet), „Vimbombo Va Nkhuku“ (aus Hühnerfüßen), „Chiwaya Cho Kazinga“ (gerösteter Mais) und „Dobe“ (frischer Mais), „Kibbutz-Salat“ ist ein gemischter Gemüsesalat, serviert mit „Nshima“, „Chinaka“, bestehend aus gekochter Wurzelknolle mit Erdnuss-Pulver und andere Gewürzen, sowie „Caterpillar Delight“, gekochte Raupe in einem Bett von grünem Gemüse „Ifisashi“, ein beliebtes sambisches Gericht. sind Erdnüsse eingebettet in grünem gekochtem Gemüse, dass oftmals mit Fleisch angereichert wird. Dazu wird typischerweise „Nshima“ serviert. Ein weiteres traditionelles Gericht ist „Samp“, das aus „Hominy“ und getrockneten Bohnen hergestellt wird. Eine weitere afrikanische Spezialität sind geröstete Mopane-Würmer. Als Beilage werden hauptsächlich Auberginen, grüne und roten Bohnen, Grünkohl, Weißkohl, Salat, Kürbis und Möhren gewählt.  Äpfel, Orangen, Papayas und Bananen gibt es als Nachtisch.

Traditionelle Getränke sind beispielsweise „Chibuku“, ein vor Ort gebrautes Getränk, sowie die kommerziell gebrauten Bieren Castle Lager, Rhino und Mosi. In den Dörfern wird das Bier noch aus Mais, Hirse und Honig hergestellt. Als alkoholfreie Getränke sind die üblichen westlichen Softdrinks erhältlich.

Sambia, Victoria Faelle SambiaAnders als in anderen Ländern wird in Sambia auch beim Essen eine Tradition gewahrt. Vor dem Essen waschen sich alle Familienmitglieder die Hände in der Reihenfolge ihres Status innerhalb der Familie. Zuerst der Vater, dann die Mutter und am Ende die Kinder in der Reihenfolge ihres Alters. Die Mahlzeiten nehmen Männer und Frauen getrennt voneinander ein. Die Mütter essen gemeinsam mit den Töchtern und den Söhnen die jünger als sieben Jahre alt sind. Ältere Jungen essen mit den Männern. Nach dem Mahl wäscht sich die ganze Familie noch einmal die Hände, ebenfalls in derselben Reihenfolge wie zuvor. Während der Mahlzeit gilt es in Sambia als unhöflich zu viel und vor allem laut zu sprechen.

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Religion

Durch den Einfluss portugiesischer Missionarssiedlungen im Osten von Mosambik sowie englischer und schottischer Einwirkungen aus dem Süden, gehören rund 50 Prozent der sambischen Bevölkerung dem Christentum an. Die christlichen Konfessionen sind unter anderem die römisch-katholische, anglikanische und neuapostolische Kirche. Des Weiteren gibt es Lutheraner, Siebenten-Tags-Adventisten, Zeugen Jehovas und eine Vielzahl von evangelischen Konfessionen.

Eine weitere Religionsgruppe in Sambia sind Muslime. Sie machen rund 5 Prozent der Bevölkerung aus und leben vor allem in den städtischen Gebieten. Es gibt ebenfalls eine kleine jüdische Gemeinde zu der unter anderem der ehemaliger Minister, Abgeordneter und Mitglied des Forums für Demokratie und Entwicklung sowie der MMD und United National Independence Party, Simon Zukas gehört. Ismaili Muslime, Hindus und Sikh-Gemeinden gibt es auf Grund der indischen und pakistanischen Gemeinschaft in Sambia. Ungenau ist hingegen die Verteilung der Bevölkerung auf Naturreligionen, die zwischen 24 und 49 Prozent liegt.



 

 

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