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In Simbabwe leben insgesamt rund 12,75 Millionen Menschen. Die Aufteilung der Bürger nach Rassen, wie sie in der Kolonial- und Siedlerzeit üblich war, wurde bald nach der Unabhängigkeit fallen gelassen. Die afrikanische Bevölkerung ist ethnisch und kulturell-linguistisch weniger stark differenziert als anderswo.Bei den schwarzafrikanischen Einwohnenr lassen sich zwei große Sprachgruppen unterscheiden. Etwa 75 % werden vom Kulturkreis der Shona gestellt, die verschiedene Dialekte der Shona-Sprache (Karanga, Zezuru, Manyika, Ndau, Korekore) sprechen.
20 % gehören den Ndebele (Matabele) an. Der Rest teilt sich auf die Volksgruppen Lenge, Lilima, Chikunda, Schangana (1,5%), Sotho, Tswana (1,5%),sowie Venda (1%) auf. Tonga, Mischlinge die aus Verbindungen von Europäern mit der einheimischen schwarzen Bevölkerung hervorgegangen sind, europäisch stämmige Einwohner meist britischer Herkunft, sowie Asiaten - Nachkommen indischer Einwanderer die nach Beginn der Kolonisation als Händler ins Land kamen - machen ebenfalls rund 1% der Bevölkerung aus.
Im Zuge der transkontinentalen Völkerwanderung aus dem Norden kamen die Vorfahren der heutigen Shona ins Gebiet des Hochplateaus zwischen den Flüssen Zambezi und Limpopo. Sie verdrängten mir ihrer sesshafteren Lebensform die einst nomadisierenden San. Bald darauf bildeten sich hierarchisch gegliederte Gemeinschaften heraus, später auch große Königreiche. Nur die berühmten Steinruinen von Great Zimbabwe in der Nähe von Masvingo sind Zeugen der Glanzzeit der Shona.
Im 19. Jahrhundert war die geringschätzige Bezeichnung „Shona“ sehr abwertend. Damals wurde der Begriff genutzt, um die Gruppe dieser Stämme mit ihren kulturellen Gemeinsamkeiten von den Ndebele abzugrenzen.
Bekannt sind die Shona vor allem für ihre bildhauerischen Qualitäten der handgefertigten Shona-Skulpuren, die mittlerweile zu einem wichtigen Teil der zeitgenössischen afrikanischen Kunst geworden sind. Sie werden aus Stein, besonders aus Serpentinit beziehungsweise aus Verdit gefertigt und stellen häufig Menschen, Tiere und Fabelwesen dar. Viele Steinplastiken wurden bereits in renommierten Galerien und Museen wie dem Museum of Modern Art in New York oder dem Musée Rodin in Paris ausgestellt und werden von spezialisierten Galerien vor allem in USA und Europa professionell vermarktet.
Wie viele Nachbarvölker stehen auch die Shona in engem Kontakt mit ihren Ahnen. Dabei sind spirituelle Medien die Mittler zwischen den Lebenden und den Toten. Ihnen vertraut man alle Probleme und Ängste an. Die mythischen Vorfahren der Königshäuser leben in Tieren weiter, die jeder Stamm als sein Totem verehrt. Diese Tiere dürfen in diesem Fall nicht gejagt oder verzehrt werden. Auch eine Pflanze, ein Körperteil oder ein Naturereignis kann ein Totem sein. Vermählungen dürfen nur außerhalb des eigenen Totembereiches stattfinden, sodass inzestuöse Verbindungen ausgeschlossen werden.Die Shona-Gruppe selbst zerfällt darüber hinaus in die folgenden einzelnen Volksgruppen Karanga (27%), Sesuru (22%), Korekore (18%), Njika (16%), Rozwi (13%) sowie Ndau (4%). Die Karanga leben im Gebiet um Masvingo und Mvuma. Sie betreiben eine symbolische Form der Bestattung. Als Ersatz für den Leichnam eines in der Ferne Verstorbenen begraben sie einen schwarzen Ziegenkopf. Die Sesuru siedeln auf dem Highveld um Harare. Der Sesuru-Dialekt wird in den Medien verwendet. Ihr Mbende-Jerusarema-Tanz schaffte es in die UNESCO Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit. Im nördlichen Lowveld, zwischen dem Lake Kariba und der östlichen Landesgrenze, wohnen die Korekore. Als Besonderheit kennen sie das „garira“. Der Brautwerber findet bei den zukünftigen Schwiegereltern Arbeit, um das Brautgeld direkt zu verdienen.
Die Njika bewohnen den Osten des Landes, sowie die Eastern Highlands. Ihnen ist die Heirat mit einer Verwandtschaft väterlicherseits streng verboten, mütterlicherseits wird sie toleriert. Im 16. Jahrhundert begannen sie mit der Knabenbeschneidung. Das Totemtier der Njika ist das Zebra.In mehreren kleinen Siedlungsgebieten auf dem Highveld, um Kwekwe und Masvingo, wohnen die Rozwi. Noch heute haben sie ein ausgeprägtes Klassenbewusstsein, das bei der Partnerwahl von zentraler Bedeutung ist.
Die Ndau bewohnen das Gebiet am südlichen Save. Gemeinsam mit den Rozwi besitzen sie den Turmbaummythos. Auf Anordnung des Königs errichtet ihm sein Volk einen Turm aus Holz und Steinen, der entweder von selbst oder durch den Zorn eines Gottes einstürzt.
Im westlichen Teil, vor allem in der Stadt Bulawayo, sowie im Nordwesten Simbabwes, leben Ndebele, Sambias zweitgrößte Bevölkerungsgruppe. Ihr unterliegen die Untergruppen Matabele und Kalanga.
Die Volskgruppe Ndbele entstand durch die Abspaltung von den Zulus bei einer Völkerwanderung im südlichen Afrika des frühen 19.Jahrhunderts. Auf ihrer Reise gaben ihnen die Twana den Namen Matabele. Im Gebiet des heutigen Simbabwe trafen sie dann auf die Shona, die sie prompt unterwarfen. Das letzte Königreich der Matabele unter dem König Lobengula, wurde 1896 vom britischen Westafrika-Korps und der British South Africa Company unter der Führung von Cecil Rhodes zerschlagen.
Die Matabele gehören zusammen mit den Zulu, Xhosa und Swazi zu der südöstlichen Bantu-Sprachgruppe der Nguni, die sich grundsätzlich vom Ndebele, das im Transvaal/Südafrika gesprochen wird, durch die von den Bewohnern der Kalahari übernommenen Klick- und Schnalzlaute unterscheidet. Ihrer straffen und zentralistischen Organisationsform sind sie treu geblieben, nur die Religion, die Totems und den Ahnenkult haben sie von den Shona-Gruppen übernommen. Auch die Matabele lassen sich nochmal in drei Unterstämme aufteilen: Zansi, Enhla und Lozwi. Erstere waren die Ur-Matabele. Sie waren die Gründer des Stammes und rekrutierten und assimilierten auf ihren Wanderungen die Kriegerkaste, die Enhla. Die Lozwi betrieben Ackerbau und Viehzucht.
Die im Nordwesten Simbabwes lebenden Kalanga werden aufgrund ihrer kulturellen Assimilation den Ndebele zugerechnet. Übersetzt bedeutet die Volksbezeichnung „Volk der Sonne“ und bezieht sich auf ihren mystischen Ursprung.
Die Volksgruppen Lenge, Lilima, Chikunda, Sotho und Tswana spielen in Simbabwe nur eine untergeordnete Rolle, denn die Mehrheit der Stammesmitglieder lebt in den Nachbarländern. Dennoch gibt es vereinzelt Mitglieder, von denen die Sotho am Zusammenfluss von Shashe und Limpopo im Süden, die Lenge im Süden am Runde-Fluss, die Lilima und Tswana an der Grenze zu Botswana, die Chikundu im Norden an der Grenze zu Mosambik und die Shangana zwischen den Flüssen Mwenezi und Runde im Süden leben.
Südlich des Limpopo in Südafrika liegt das Hauptsiedlungsgebiet der Venga. Doch auch zwischen den Flüssen Umzingwani und Mwenezi im Süden des Landes haben sich einige Mitglieder niedergelassen. Wie die Kalanga kennen sie die Ersatzbestattung mit dem Kopf eines schwarzen Schafes, sowie die Knabenbeschneidung.
Beide Seiten des Zambezi Rivers bewohnen die Tonga. Noch häufig sieht man bei Frauen die charakteristische Zahnlücke, die als Initiationsritus betrieben wurde. Die Sprache der Tonga ist Tonga mit einigen Unterdialekten. Kommt es zu einem Streitfall werden die friedliebenden Tonga von anderen Stämmen häufig um Friedensstiftung gebeten.
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