Simbabwe - Reiseberichte

Eine Reise nach Simbabwe – historisches Greta Simbabwe, Safari im Hwange Nationalpark und Victoria Fälle

Im Oktober 2009 machte ich mich auf zu einem Afrika Abenteuer. Auf meinem Reiseplan stand der Besuch Simbabwes – ein Land, welches man in letzter Zeit eher negativ in den Schlagzeilen gehört hat. Davon wollte ich mich aber keineswegs abschrecken lassen und mir mit eigenen Augen ein Bild von der Lage, den Menschen und den herrlichen Sehenswürdigkeiten machen.

Spät abends flog ich mit Ethiopian Airlines via Addis Abeba nach Harare, die Hauptstadt Simbabwes. Mit einiger Verspätung kamen wir hier mittags an und wurden direkt sehr freundlich mit landestypischem Getrommel, Tanz und Gesang empfangen. Nach einem kurzen Bekanntmachen in der kleinen Reisegruppe ging es auch schon los mit unserer Simbabwe Rundreise.

Zunächst fuhren wir durch kleinere Vororte von Harare bis auf die Hauptstraße Richtung Süden. Ich war erstaunt, wie gut asphaltiert diese Hauptverbindungsstraße ist und so kamen wir recht zügig voran. Vorbei an riesigen Rinderfarmen fuhren wir durch die trockene Landschaft bis in das 300 Kilometer entfernte Masvingo. Hier bogen wir ab und erreichten nach einigen Kilometern unsere Unterkunft für die Nacht, die Lodge at the Ancient City. Diese wunderschöne Lodge liegt unweit der berühmten Simbabwe Ruinen. Zwischen Bäumen versteckt lagen die riesigen Cottages mit kleiner Terrasse vor der Tür. Die ganze Lodge wurde mit viel Liebe zum Detail erbaut (teilweise aus den Steinen der Great Zimbabwe Ruinen) und lädt so richtig zum Wohlfühlen ein.

Am nächsten Morgen standen wir sehr früh auf, um die noch nicht so heißen Morgenstunden für einen Besuch der Great Simbabwe Ruinen zu nutzen. Unsere sehr erfahrene Reiseleiterin führte uns durch die Ruinen, erklärte uns die Geschichte und zeigte uns die verschiedenen Stellen, wo einmal der Königspalast, Empore oder zum Beispiel Häuser der normalen Bevölkerung standen. Die Great Simbabwe Ruinen gelten als Geburtsstätte des Landes. Der „Conicle Tower“ ist sogar eines der Wahrzeichen Simbabwes.

Später am Tage ging die Fahrt weiter bis nach Bulawayo und in den nahegelegenen Matopo Hills Nationalpark. Im quirligen Bulawayo statteten wir dem nationalen Geschichtsmuseum einen Besuch ab und schlenderten kurz durch die vollen Straßen. Übernachtet haben wir im kolonialen Club Bulawayo Hotel. Dieses Gebäude wurde vor über 100 Jahren errichtet und wird momentan neu renoviert. Überall standen uralte Antiquitäten herum, so dass man sich direkt in eine andere Zeit versetzt fühlte.

Am nächsten Tag unternahmen wir einen Ausflug in den historischen Matopo Hills Nationalpark. Hier sollte nun unsere erste Wildbeobachtungsfahrt anstehen. Diese begann auch ziemlich spektakulär; wir waren erste wenige Minuten in unserem offenen Safarifahrzeug im Nationalpark als unser Fahrer anhielt und auf 2 Breitmaulnashörner nicht weit weg von uns zeigte. Sofort hatten wir alle unsere Fotoapparate in der Hand, aber es sollte noch besser kommen. Zusammen mit unserem Fahrer und einen Ranger stiegen wir aus dem Wagen aus und gingen ganz langsam und leise auf die Nashörner zu. Bis auf wenige Meter trauten wir uns an die enormen Tiere heran – nichts für schwache Nerven aber ein einmaliges Erlebnis.

Noch ganz benommen von dieser tollen Erfahrung fuhren wir weiter durch den Park, erspähten Giraffen und Zebras zwischen den Büschen und warfen einen Blick auf die vielen Felsformationen wie zum Beispiel die bekannteste – die „Mother and Child“ Formation.

Nach dem Mittagessen im wunderschönen Camp Amalinda unternahmen wir einen Spaziergang zum Malindidzimu Hügel. Über einen recht steinigen Weg ging es bergauf erreichten wir diverse Gräber verschiedener im ersten Matabele Krieg getöteter Siedler. Außerdem bot sich uns ein atemberaubender Panoramablick auf den Matopo Hills Park und wir konnten bei einem kühlen Bier den herrlichen Sonnenuntergang genießen.

Anschließend fuhren wir zurück ins Camp Amalinda welches am Fuße der Matopo Hills in die Felsen eingelassen liegt. Die großen Zimmer waren sehr gemütlich und am Swimmingpool sitzend konnten wir die Tiere am Wasserloch beobachten.

Nach einer erneuten Pirschfahrt im offenen Safarifahrzeug am nächsten Morgen reisten wir weiter in den tierreichen Hwange Nationalpark. In unserer Unterkunft – der Ivory Tree Lodge angekommen nahm uns der motivierte Lodge Manager mit auf eine Safarifahrt. So fuhren wir durch die Ebenen immer auf der Suche nach wildlebenden Tieren. Nashörner grasten in den Ebenen, Impalas sprangen uns vors Auto und Elefanten streiften durch die Wälder. Als wir schon fast auf dem Rückweg zur Lodge waren und die Dunkelheit bereits hereinbrach hatte die Natur aber noch etwas Besonderes für uns bereit: Mit einem Mal hörten wir das ein lautes Getöse und schon rannte eine 80 – 100 Tier große Büffelherde an uns vorbei, gejagt von 8 hungrigen Löwen.  Die Herde rannte an uns vorbei bis zu einem Wasserloch und wurden dort von den Löwen eingekreist. Wir beobachteten das Schauspiel eine Weile, aber leider konnten die Löwen sich nicht dazu entschließen die Büffel anzugreifen.

So fuhren wir zurück in die Ivory Lodge und machten es uns mit leckeren Snacks in einem Aussichtspunkt nur wenige Meter von der Büffelherde am Wasserloch entfernt bequem und genossen wie auch hinterher am Lagerfeuer die Ruhe der afrikanischen Wildnis.

Nach einer erholsamen Nacht in unserem auf Stelzen erbauten Chalet der Ivory Lodge begaben wir uns auf eine Pirschfahrt im Hwange Nationalpark. Schon bevor wir überhaupt den Park erreichten lief ein Löwe vor uns über die Straße und wir begleiteten ihn ein Stück seines Weges. Neben riesigen Elefantenherden, für die der Hwange Nationalpark bekannt ist sahen wir Nilpferde in einem Wasserloch, jede Menge „Baboons“ – eine Affenart, Antilopen, Giraffen und Zebras.

Später unternahmen wir außerdem einen kurzen Abstecher in das „Painted Dog Conservatorium“. Hier werden verletzte und kranke afrikanische Wildhunde hergebracht und wieder aufgepäppelt – eine Art Hundekrankenhaus.

Später am Nachmittag erreichten wir dann Victoria Falls – an der Grenze zu Sambia gelegen. Auch bis nach Botswana sind es mit 100 Kilometern nicht weit von hier. In Victoria Falls blieben wir mehrere Tage, so dass wir die Gegend bestens erkunden konnten. Natürlich stand zunächst ein Besuch der berühmten Victoria Wasserfälle an – so sind sie doch eines der 7 Weltwunder. Es hat mich shr beeindruckt, wie die tosenden Wassermassen die bis zu 100 Meter hohen steilen Felswände hinabdonnern und teils wunderschöne Regenbögen erzeugen.

Außerdem unternahmen wir in Victoria Falls eine Bootsfahrt auf dem Zambezi Fluss. Nach einem Tag voller Erkundungen ist diese Fahrt der ideale Tagesausklang. Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen die Nilpferde aus dem Wasser und boten uns an Land ein drolliges Bild.

Auch sehr empfehlenswert ist das traditionelle Boma Dinner in der Victoria Falls Safari Lodge. Hier werden typisch afrikanische Speisen wir zum Beispiel Antilopen- oder Warzenschwein Fleisch serviert. Begleitet wurde das Ganze von tanz- Trommel- und Gesangsvorführungen.

Nach nur einer Woche endete meine spannende Simbabwe Rundreise. Ich habe das Land kennen und schätzen gelernt. Die Bevölkerung hat uns stets willkommen geheißen, die Infrastruktur lässt reisen durchaus zu, ich habe mich stets sicher gefühlt. Simbabwe hat sehr viel zu bieten; sei es in kultureller Hinsicht die Great Zimbabwe Ruinen, tolle Tierbeobachtungen oder die Victoria Wasserfälle, in Simbabwe ist für jeden etwas dabei und immer eine Reise wert.