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Die verschiedenen Volksgruppen in Ghana sind alle tief verwurzelt mit ihrer Jahrhunderte alten Kultur und deren traditionellen Symbolen. Eines der wichtigsten Symbole der Ashanti ist der "Goldene Stuhl", der die Seele des Volkes verkörpert und nur zu besonderen Anlässen vorgezeigt wird. Die meisten Volksgruppen pflegen auch heute noch einen besonderen Ahnenkult. Zwar sind die meisten Ghanaer heutzutage Christen, leben aber dennoch daneben Ihre traditionellen teilweise animistischen Urreligionen. Dies schafft in Ghana eine ganz besondere Mischung von Überlieferung und Moderne. Während des ganzen Jahres gibt es zahllose Feste du Feiern zu denen die Bevölkerung in besonders farbenfroher kunstvoll gestalteter traditioneller Kleidung erscheint. Das Herzstück vieler Festivals sind die Treffen der Chiefs, und ihre Paraden, begleitet von Trommlern und Kriegern, mit ihren alten Musketen. Im Ashantireich betonen vor allem die Adae- und Akwasidaefestivals die Grösse und Würde der Ashanti. Während dieser Festivals zeigt sich der Ashanti-König, der Ashantehene, prunkvoll und mit viel Gold geschmückt seinem Volk. Die Festivaltermine werden von traditionellen Kalendern bestimmt. Im Unterschied zu den meisten anderen Ländern Westafrikas, werden in Ghana keine Masken getragen. Stattdessen werden Fetischpuppen aus Holz oder Ton als magisch angesehen und zum Schutz vor Krankheiten am Körper getragen oder mitgeführt.
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Zu den wichtigsten Religionen in Ghana zählen das Christentum, der Islam sowie eine Reihe traditioneller afrikanischer Religionen. Die Ghanaer sind sehr tolerant und nicht fanatisch und leben Ihre Religion in friedlicher Koexistenz aus.
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Als Vielvölkerstaat ist Ghana die Heimat vieler unterschiedlicher Ethnien. Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind die Akan (rund 44 %), die Dagomba (16 %), die Ewe (13 %), die Ga-Adangbe (8 %), sowie die Gurma (6 %). Durch die Eheschließung zwischen unterschiedlich Stämmigen verschwimmen die einzelnen Volkgruppen allerdings immer stärker. Rund 1,5 % der Bewohner Ghanas kommen aus Europa oder sind anderer ethnischer Herkunft.
Akan (Ashanti und Fanti)
Größte Bevölkerungsgruppe in Ghana, mit ca. 44%, sind die Ashanti, ein der Akan-Gruppe zugehöringer Stamm der hauptsächlich in der gleichnamigen Ashanti Region beheimatet ist.
Bei den Ashanti folgt die Zugehörigkeit zu einem Clan der weiblichen Linie (Abusua). So wird auch die Vererbung innerhalb der Familie geregelt. Gemäß der Tradition bleibt eine verheiratete Frau tagsüber im Haushalt ihrer Eltern um ihre Arbeitskraft den Kinder, sowie der Familie ihrer Mutter beziehungsweise ihrer Großmutter zu widmen. Nur die Abende und Nächte verbringen die Frauen als Ehepaar bei ihrem Mann. Im Falle eines Todes erbt die Frau nach dem Ashantisystem nichts, sondern das Vermögen des Mannes wird an seine Schwestern und seine Mutter vererbt.
Eines der wichtigsten Symbole der Ashanti ist der "Goldene Stuhl", der die Seele des Volkes verkörpert und nur zu besonderen Anlässen vorgezeigt wird. Die Schemel bestehen aus drei Teilen:Dem Fuß, der oft reich dekoriert ist, dem zentralen Mittelteil auf dem die symbolische Bedeutung und der soziale Stand des Eigentümers zu erkennen sind, sowie die Sitzfläche mit nach oben gestellten Seiten. Alle Teile werden aus einem Stück gefertigt und bestehen überwiegend aus Sese- oder Red-Cedar-Holz. Jeder Schemel hat außerdem eine besondere Bedeutung und einen eigenen Namen. Einige der Schemel dürfen nur von Stammeshäuptlingen genutzt werden, andere werden zu bestimmten Anlässen herausgeholt. Der echte „Goldene Stuhl“ mit dem Namen „Sikadwa Kofi“, zu Deutsch „Stuhl der an einem Freitag entstand“, ist so heilig, dass er bewacht und nur zu sehr hohen Gelegenheiten präsentiert wird. Niemand darf auf ihm sitzen und er darf auch dem Glauben der traditionellen Ashanti nach, niemals den Boden berühren.
Die etwa 1,7 bis 1,9 Millionen Angehörigen der Fanti leben überwiegend in der Central Region im Süden Ghanas. Weitere 1,5 Millionen bewohnen die Hauptstadtregion Greater Accra. Besonders interessant gestaltet sind die traditionellen Häuser der Fanti. Infolge ihrer kriegerischen Vergangenheit ähneln sie stark den europäischen Forts und Burgen der Westküste und sind mit Schnitzereien und Figuren geschmückt, die Szenen aus den Kämpfen der Vergangenheit zeigen.Dagomba
Etwa 16% aller Ghanaer gehören der Volksgruppe Dagomba, auch Dagbamba genannt an. Die Dagomba sind nahe Verwandte der Mossi in Burkina Faso und der ghanaischen Mamprusi. Die rund 800.000 Menschen zählende Volksgruppe lebt in der Northern Region und verfolgt vorwiegend den islamischen Glauben. Die gleichnamige Sprache ist Dagomba oder Dagbani.
Die Dagomba praktizieren Polygamie und ziehen häufig auch die Kinder von Verwandten auf. Wahrsager, traditionelle Medizinmänner, sowie Priester haben eine große Autorität in den Bereichen Gesundheit und moralischen Fragen.
Ewe
Mündlichen Überlieferungen zufolge wanderten die Ewe etwa in der Mitte des 15. Jahrhunderts in Ghana ein. Heute besetzen Sie den Südosten, in der Volta Region des Landes sowie Teile von Togo und Benin. Sie machen insgesamt rund 13% der Ghanaischen Bevölkerung aus.
Erhebliche Unterschiede in der lokalen Wirtschaft waren charakteristisch für die Ewe. Die meisten von ihnen waren Bauern die einige Tiere hielten und einige spezialisierten sich auf das Handwerk. An der Küste hingegen wurde Fischerei betrieben und die Unterschiede in der wirtschaftlichen Tätigkeit erlaubten ein hohes Maß an Handel zwischen einer Gemeinde und der anderen, der hauptsächlich von Frauen durchgeführt wurde.
Ga-Adangbe
Die Ga-Adangbe sind nicht nur eine in Ghana verbreitete Volksgruppe sondern bevölkern auch Togo und Benin. Die Adangbe bewohnen die östlichen Ebenen, während die Ga-Gruppen die westlichen Teile der Küsten Accras besetzen. Die Ga-Adangbe sind unter anderem als Gain, Amina, Accra oder Acra bekannt. Die Sprache der Ga-Adangbe heißt ebenfalls Ga und ist eine dem Dangme und Krobo ähnliche Sprache die zur ethnolingustischen Gruppe Ga-Dangme innerhalb der Kwa-Sprachen zählt.
Ihren Lebensunterhalt verdienen die Ga-Adangbe in erster Linie mit der Fischerei die jedoch zunehmend immer mehr industrialisiert wird. In den Dörfern im Landesinneren wird Landwirtschaft betrieben.
Trotz der Präsenz großer industrieller, kommerzieller und staatlicher Institutionen in den Städten, sowie der zunehmenden Migration anderer Volkgruppen und Ethnien in die Region, werden die Menschen der Ga-Adangbe nicht an der Erhaltung ihrer traditionellen Kultur gehindert.
Auch sie glauben an die Existenz des Geistes nach dem Tod, dem sogenannten Kla oder Susuma. Die Stammesangehörigen zeigen den Geistern der Verstorbenen ihre Ehrfurcht und zollen ihnen Respekt für das was sie in ihrem Leben erreich haben. Zwillinge oder Drillinge werden bei den Ga-Adangbe als besondere Kreation des Allmächtigen verehrt. Gurma/Guan
Das Volk der Gurma ist vermutlich aus der Mossi Region im heutigen Burkina Faso etwa um das Jahr 1000 n.Chr. eingewandert. Die Bevölkerung lebt heute am schwarzen Volta, in den Afram und Akwapim Bergen sowie in der Küstenebene.
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Küche
Die ghanaische Küche ist recht schwer und sättigend und oft auch scharf gewürzt. Hauptbestandteil jeder Mahlzeit sind beispielsweise Reis, Grieß, Kinkey, Süßkartoffeln, Kochbananen, Fufu, Yam, oder Banku und dazu wird eine dickliche Suppe aus Aubergine, Tomaten, Erdnüssen und Fisch oder Fleisch, eine Soße oder ein Eintopf gereicht. Fisch wird auch sehr häufig in der Nähe des Volta-Sees und in den Küstenregionen gegessen, da dieser zu einem geringen Preis zu kaufen ist. Fleisch hingegen ist vergleichsweise teuer, so dass sich nicht jeder Ghanaer täglich Wildfleisch oder Rindfleisch leisten kann. Eher selten findet man in Ghana Schweinefleisch, da dieses vom muslimischen Bevölkerungsteil aus religiösen Gründen nicht verspeist wird. Aufgrund des tropischen Klimas und da Kühlschränke selten sind, hat sich das traditionelle hauseigene Schlachten bis heute erhalten. Gemüse gibt es in Ghana häufig nur als kleine Beilage in Restaurants oder in den für Ghana typischen Chop Bars (Straßenküchen). Häufig werden aber Tomaten, Okra und Zwiebeln und ab und zu auch, Eierfrüchte (Gardenegg oder auch afrikanische Aubergine), Bohnen, Karotten, Spinat oder Avocados verwendet. Als Dessert wird häufig und gerne zu den in Ghana vielfältig vorkommenden Früchten wie Ananas, Mandarinen, Mangos oder Papaya gegriffen.
Bier wird in Ghana nicht regelmäßig zum Essen getrunken, sondern abends beim geselligen Beisammensein genossen. Neben dem Guiness, gibt es fünf einheimische Biersorten: ’’Club’’, ’’ABC’’, ’’CMS’’, ’’Gordon’s Spark’’ und ’’Star’’.
Der Tradition nach wird in Ghana mit den Fingern gegessen. Bevor das Essen auf den Tisch kommt, wird eine Schüssel mit Wasser und ein Tuch, häufig auch mit Spülmittel oder etwas Seife gereicht in der die rechte, als rein geltende Hand, gewaschen wird. Mittlerweile wird jedoch in Restaurants auch gewöhnliches Besteck gereicht.
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Musik
In Ghana gibt es drei verschiede Musiktypen: die ethnische oder traditionelle Musik, die vor allem auf Festen gespielt wird, die seit den vierziger Jahren populäre „Highlife“-Musik die seit einigen Jahren eine Renaissance erlebt und eine Mischung aus traditioneller und importierter Musik ist, sowie Chormusik, die vorherrschend in Konzertsälen, Kirchen und Schulen ist. Gespielt wird auf Instrumenten wie Gankogui, Sogo, Kidi, Axatse und Kaganu.
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Traditionelle Kleidung
Die Kleidung der Ghanaer mit ihrer leuchtenden Farbenpracht ist wunderschön. Unifarbene Drucke sind eine absolute Seltenheit.
Bei gesellschaftlichen Ereignissen suchen sich die Ausrichter einen Stoff aus, aus dem sich die geladenen Gäste ein Kleid nach traditionellen und modischen Aspekten von lokalen Schneiderinnen fertigen lassen.
International bekannt ist Kente, eine typisch ghanaische Webkunst in leuchtenden, zumeist panafrikanischen Farben. Der Webstoff wird aus einzelnen Schals mit verschiedenen Mustern zusammengesetzt und zu traditionellen Kleidern verarbeitet die vor allem von Stammeshäuptlingen als Ausdruck ihres nationalen Stolzes getragen werden.
Ghanaische Männer tragen Kente-Stoffe an einem Stück wie eine römische Toga gewickelt, Frauen wickeln sich Kente-Tücher um die Hüften und tragen dazu ein maßgeschneidertes Oberteil. Unabhängig von ihrer Glaubensrichtung sieht man sie auch in kunstvoll drapierten Kopfbedeckungen die farblich zu ihren Kleidern passen. Weitere Stoffe werden als Accessoire um die Schulter gelegt oder in einer breiteren Variante als Tragetuch für den traditionellen Transport der Babys genutzt.
Im Volk der Akan hat die Adinkra-Kleidung eine ähnliche Bedeutung. Der große Unterschied liegt jedoch in der Farbe und Herstellung. Adinkra-Kleidung ist traditionell die Trauerkleidung und somit grundsätzlich weniger farbenfroh. Mit der Drucktechnik wird schwarze Farbe auf blaue, gelbe, weiße, rote oder lilafarbene Stoffen gedruckt. Die Kleidung zeigt den sozialen und politischen Status des Trägers und wird meist von traditionsbewussten Ghanaern getragen.
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Festivals
Die Feste und Festivals sind in Ghana ein wesentlicher Bestandteil der Kultur. Mehrere Rituale und Feste wie die Geburt, Pubertät, Heirat und der Tod werden das ganze Jahr über gefeiert. Fast alle Feierlichkeiten finden unter Teilnahme des gesamten Dorfes statt und werden strikt von den traditionellen Ältesten der jeweiligen ethnischen Gruppen beobachtet.
Das Panafest findet jeden Sommer statt. Menschen aus anderen afrikanischen Ländern sowie Afro-Amerikaner mit ghanaischen Wurzeln besuchen dann oft das Land und feiern ihr Erbe.
Der Ursprung des Homowo-Festivals („Homo“ – Hunger, „wo“ – Schlaf) liegt in der Hungersnot die eintrat, als die saisonalen Regenfälle ausblieben und die damit verbundenen Bewässerung in der Greater Accra Region und den südlichen Accra Plains nicht stattfinden konnte. Als die Zeit der Dürre unter großen Schwierigkeiten überwunden werden konnte und wieder reichlich Nahrung vorhanden war, führten die Menschen das Festival ein. Homowo beginnt bereits in der Regenzeit im Mai mit der Aussaat und dauert bis in den August hinein.
Kobine ist ein traditioneller Tanz und ein Fest in der Lawra Region im nordwestlichen Ghana. Im September und Oktober wird damit das Ende einer erfolgreichen Ernte gefeiert.
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